Die "Baumeister" und ihr Lebenswerk

Binnen zehn Jahren ist aus der Kirchenruine wieder ein Symbol von Triebel geworden. Viele halfen bei der Herkulesaufgabe mit.

Das erste Mal im Gruppenbild: Viele der "Baumeister", die den Wiederaufbau der Kirche in Triebel seit 2008 vorantrieben.

Von Ronny Hager

Der 9. September 2018 geht als historischer Tag in die Dorfgeschichte von Triebel ein. Als der Tag, an dem die fast 500 Jahre Wehrkirche nach zehn Jahren Wiederaufbau wieder als der Mittelpunkt des Ortes gefeiert werden kann. "Ein Lebenswerk ist vollbracht", jubelte Bürgermeisterin Ilona Groß, die neben Udo Seeger, Chef des Kirchenfördervereins, und Pfarrer Hendrik Pröhl aus Bobenneukirchen gestern die Hauptreden zur zweistündigen Festveranstaltung hielten.

30 Jahre nach dem Einsturz des Kirchturms im Juli 1988 als traurigem Höhepunkt des langen Verfalls ist der Wiederaufbau für 350.000 Euro geschafft. Finanziert wurde er aus Eigenleistungen, Veranstaltungen, Sponsoren, Spenden und Geld der Gemeinde. Die Mitglieder der Bautruppe, die unzählige Wochenenden die Kirche Stück für Stück die Kirche wiederaufbaute, wurde gestern wie die Großunterstützer Matthias Penzel und Robby Rödel zu Baumeistern der Wehrkirche Triebel ernannt - eine Urkunde samt ausführlicher Bilddokumentation, die Jörg Kasiske zusammenstellte. "Wenn mir einer gesagt hätte, bei der Wiederweihe der Kirche bis du dabei, hätte ich gesagt: Schön wär's - ich hätte es nicht geglaubt", sagte der ehemalige Ortsgeistliche Gottfried Nitzsche. Ein besonderes Geschenk für Vereinschef Seeger hatte der Triebler Karli Fetzer, mit 80 der Senior der "Aufbautruppe" parat: Den Schlüssel zur alten Kirchentür - bewahrt von Fetzers Tante, die die Kirchenpflegerin gewesen war.

Gestern gratulierten auch die ostfriesischen Gäste aus Dornum-Roggenstede, die im Oktober 1989 zu den ersten gehörten, die Trümmer der eingestürzten Kirche wegräumten. Das Soul-Pop-Duo Goldene Zeit unterhielt kurzweilig mit Gesang und Gitarre, das Dorftheater Triebel gratulierte in Lied und Sketch, bevor sich das Wiederaufbaufest mit dem Julius-Mosen-Chor Marieney und der Stadtkapelle Oelsnitz anschloss.

0Kommentare Kommentar schreiben