Die bunte Welt der Kaufmannsläden

Auf Schloss Voigtsberg gibt es eine sehenswerte Weihnachts- und Winterausstellung. Im Blickpunkt steht ein Klassiker.

Oelsnitz.

"Komm' mal Kaufen! Kaufmannsläden aus zwei Jahrhunderten", so lautet der Name der Winterausstellung auf Schloss Voigtsberg in Oelsnitz. Sie zeigt die lange Historie des Kaufmannsladens mit mehr als 40 Exponaten. Das älteste Exponat stammt aus der Zeit um 1873, das jüngste von 2019. Der Schwerpunkt liegt in der Zeit vor 1945. Neben Kaufmannsläden werden auch Puppen, Waagen und Kassen ausgestellt. Zu bestaunen ist auch die Einrichtung des Oelsnitzer Gemischtwarenladens Kurt Englert, der sich an der Schmidtstraße befand. Die Möbel des einstigen Geschäftes sind im Besitz des Museums und wurden restauriert.

Der Gang durch die Schau ist auch ein Gang durch die Geschichte des Handels im Puppenmaßstab und macht die Ausstellung zu einem Erlebnis für Jung und Alt. Kleine Dosen und Schächtelchen, handgenähte Täschchen für einen Putzladen oder von vier Generationen zusammengetragenes Spielgeld. Raritäten, wie ein Laden aus den ersten Produktionsjahren der 1873 in Marienberg gegründeten Firma Moritz Gottschalk, bereichern den Rundgang ebenso wie verschiedene DDR-Klassiker. Besonders der legendäre Kaufmannsladen "Naschkatze" von der ehemaligen erzgebirgischen Holzspielwaren-Firma VERO sei hier genannt. West-Modelle werden ebenfalls gezeigt, auch wenn auf der anderen Seite der Mauer die Begeisterung dafür nicht so lange anhielt.

Beim Streifzug durch die Geschichte des Kaufmannsladens wird auch auf dessen Ursprung zurückgeblickt. Laut Museumsleiterin Tina Reitz waren es einst Puppenkaufläden, die im 19. Jahrhundert der Vorläufer des später beliebten Kaufmannsladen waren. Sie wurden mit Puppen und Miniaturwaren bestückt. Hergestellt wurden sie meist von Handwerkern. Um die Jahrhundertwende herum begannen Spielzeugfabriken sie mit Markenprodukte in Miniatur auszustatten. Seit dem wurden Kaufmannsläden immer häufiger als Spielzeug für das kindliche Rollenspiel gefertigt. Auch heute noch bieten sie eine lehrhafte und spielerische Komponente, die den Kindern den Ein- und Verkauf von Waren vermitteln. Besonders zur Weihnachtszeit ist es Tradition, die Kaufmannsläden vom Dachboden zu holen.

Dem Museum auf Schloss Voigtsberg ist eine interessante und familienfreundliche Ausstellung gelungen, in der man in Erinnerung an seine eigene Kindheit schwelgen und auch die Kinder von heute zum Staunen bringen kann. Leihgeber sind unter andrem das Spielzeugmuseum Nürnberg und das Deutsche Spielzeugmuseum Sonneberg.

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