Die Eisbahn bleibt: Stadtwerke diskutieren jetzt Anlagen-Kauf

Nachdem der Oelsnitzer Stadtrat grünes Licht für den Fortbestand des Winter-Freizeitspaßes gegeben hat, wollen die Betreiber Nägel mit Köpfen machen.

Oelsnitz.

Die Oelsnitzer und ihre Gäste können im Winter weiter eislaufen: Mit drei Gegenstimmen und einer Enthaltung hat der Oelsnitzer Stadtrat die Weichen für den Fortbestand des winterlichen Freizeitvergnügens gestellt. Die Entscheidung war nicht nur in der Sperkenstadt, sondern im gesamten oberen Vogtland mit Spannung erwartet worden - die nächsten professionellen Bahnen gibt es schließlich erst wieder in Schönheide und Greiz. Zur Ratssitzung selbst lag dann in der Luft, was sich bereits in den Wochen zuvor abgezeichnet hatte: Es stand nicht mehr die Frage ob, sondern nur noch wie es mit dem Freizeitangebot weitergeht.

Und diese Frage ist jetzt beantwortet. Die Stadtwerke hatten ein Betreiberkonzept über ein oder fünf Jahre vorgelegt. Das kommunale Unternehmen selbst hatte sich über seinen Aufsichtsrat einstimmig für die Fünf-Jahres-Variante positioniert. Dem folgte auch der Stadtrat. Denn die Gründe lagen für die meisten auf der Hand. Zum einen bestehe die Chance, das Freizeitangebot weiter zu etablieren. "Kurse, Veranstaltungen, Eishockey", zählte Marion Schröder (CDU) auf. "Damit kann das Ganze erlöskräftiger werden." Zum anderen ermöglicht ein langfristiger Ansatz Investitionen. "Am besten, wir kaufen eine Bahn", sagte Reiner Stöhr (Linke), der vor der Erstentscheidung im Herbst noch gegen die Eisbahn gestimmt hatte. "Ich habe mich aber eines Besseren belehren lassen", sagte er. Auch René Buze, im Herbst ebenfalls Kritiker, stimmte mit Ja. "Ich war damals dagegen, weil wir als Stadtrat überrannt worden sind", sagte er. Jetzt haben wir ein Rundum-Sorglos-Paket der Stadtwerke."


Dieses Paket gibt es freilich nicht zum Nulltarif. 60.000 Euro muss das Rathaus jedes Jahr an seine Tochter für den Bahnbetrieb überweisen. Wie die Stadtwerke das Ganze im Detail ausgestalten, liegt in deren Händen. "Wir tragen das wirtschaftliche Risiko", sagte Geschäftsführer Michael Fritzsch, der sich über die Entscheidung pro Bahn freute. "Die Eisbahn hat überzeugt. Sie ist eine schicke Ergänzung zu unserem Freibad Elstergarten", so Fritzsch. "Damit kann man Strahlkraft von Oelsnitz weit in die Region tragen."

Fritzsch und seine Mannschaft wollen jetzt richtig loslegen. Verschiedene Angebote lägen auf dem Tisch: von Miete, über Kauf bis selber bauen. Entscheidungen seien noch nicht getroffen. Es laufe jedoch darauf hinaus, dass sich die Stadtwerke Technik wie ein Kühlaggregat und Ausrüstung kaufen und damit eine Bahn anschaffen, so der Geschäftsführer. Weil man jetzt auf die baulichen Voraussetzungen im Freibad eingehen könne, sei ein effizienterer Betrieb möglich. Von November bis Ende der Winterferien wird die Bahn an sieben Tagen in der Woche offen haben.

Ein kritische Stimme gab es: Christoph Apitz (DSU) wies darauf hin, dass der Oelsnitzer Haushalt stets auf Kante genäht sei. "Und es sind hier immer noch 60.000 Euro im Jahr. Ich werde mich enthalten."


Kommentar: Aufgeht's!

Die Entscheidung ist gefallen: Oelsnitz wird im Winter zur Eisbahn-Stadt! Und einmütig wie selten ziehen viele in der Stadt an einem Strang. Schon allein das tut Oelsnitz gut. Die Bahn ist dabei mehr als ein Freizeitangebot, das wurde in der Debatte deutlich. Oelsnitz sucht nach einem Image-Thema, will nach außen anziehend wirken. Das Schloss schafft dies leider nur bedingt. Schafft es die Eisbahn? Die Chance ist da. Auf geht's!

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