Die Schätze eines Oelsnitzers funkeln im Museum Auerbach

Sammler Edgar Schramm hat der Drei-Türme-Stadt seine Mineralien vermacht. Sie werden in der neuen Dauerausstellung präsentiert.

Oelsnitz/Auerbach.

Was haben ein Bergkristall aus den Anden, ein Feueropal aus Mexiko und ein Fluorit aus Pöhla im Erzgebirge gemeinsam? Alle drei warten darauf, im Gewölbekeller des Museums Auerbach von den Besuchern entdeckt zu werden. Dort ist seit Dezember die ständige Ausstellung Mineralien zu sehen. Die Schau basiert auf der Mineraliensammlung von Edgar Schramm. Der Oelsnitzer überlies seine Sammlung der Stadt Auerbach. 2017 wurden die Schenkung im Wert von 20.000 Euro und ihre Nutzung als Ausstellung vertraglich geregelt. Die Sammlung umfasst 400 Mineralien aus 182 Fundorten in 32 Ländern; das Gros aus Deutschland und Europa.

Präsentiert wird die Sammlung im Gewölbekeller des Museums an der Schlossstraße, früher Herrenhaus eines Rittergutes. Das aus dem Mittelalter stammende Tonnengewölbe war schon bisher ein Kleinod des Museums. Gern besucht bei thematischen Stadtführungen oder genutzt für Feiern, ansonsten aber leer. Nun beherbergt das Gewölbe einen Schatz: Das Kellergewölbe ist mit Vitrinen für die Mineralien bestückt, in denen die Steine und Mineralstufen gut beleuchtet in Szene gesetzt werden. "Neben den Mitarbeitern des Museums hat daran Sandra Thoß mitgewirkt, die selbst Mineralien sammelt", berichtet Archivmitarbeiterin Deborah Gharib. In einer Art Katalog können sich die Besucher zudem über Details der ausgestellten Mineralien informieren.

"Einziger Wermutstropfen ist, dass dieser Teil unseres Museums nicht barrierefrei zugänglich ist", erklärt Archiv- und Museumsleiterin Regina Meier. Doch auch dafür wurde eine Lösung gefunden: Per Multimedia-Dokumentation können Besucher, für die die Treppe in den Keller ein Hindernis darstellt, die Mineralienschau am Computerbildschirm betrachten. Ergänzt wird die neue Mineralienausstellung im Museumskeller durch Modelle zum Wismut-Bergbau. Geschaffen hat diese Andreas Mercz, ein im vergangenen Jahr verstorbener Bergmann aus Auerbach. Auch diese Miniaturen - Förderturm-Modelle, Ausbaustrecken, Schachtanlagen - hat das Museum als Schenkung erhalten.

Seit Eröffnung habe die Mineralienschau bereits Interesse erfahren, berichtet Simone Sonntag. "Es kamen schon Besucher nur wegen der Steine in unserem Keller", sagt die Museumsmitarbeiterin lachend. Besonders gut komme bei den Kindern unter den Besuchern an, "wenn sie die Bergbau-Modelle mit einer Taschenlampe erkunden können."

Das Museum Auerbach, Schlossstraße 11, ist dienstags bis sonntags von 13 bis 17.30 Uhr geöffnet, letzter Einlass 17 Uhr, montags geschlossen. Neben der Dauerausstellung zur Stadt-, Burg-, Vereins- und Industriegeschichte gibt es eine Abteilung zu Heimatvertriebenen im Vogtland und den Garten steinerner Zeitzeugen. Aktuelle Sonderausstellung ist die Weihnachtsschau mit Krippen aus aller Welt. Diese kann bis 2. Februarbesichtigt werden.


Der Sammler

Edgar Schramm wurde 1926 in Tiefenbrunn geboren. Nach dem Krieg in verschiedenen staatlichen Funktionen tätig, promovierter Agrarökonom, bis 1990 leitende Positionen in Industrie und Landwirtschaft. Schramm sammelte schon als Kind Mineralien, die sein Hobby werden: "Die Faszination der Mineralien besteht darin, dass sie sich in Farbe, Glanz, Härte, Spaltbarkeit sowie ihren chemischen und physikalischen Eigenschaften stark voneinander unterscheiden." (how)

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