Die Spuren der Maria Magdalena in der Kunst

Auf Schloss Voigtsberg in Oelsnitz wird die Ausstellung "Maria Magdalena - Glaube & Mythos" gezeigt. Zu sehen sind rund 100 Werke aus sechs Jahrhunderten.

Oelsnitz.

Der Titel der Ausstellung deutet an, dass sich viele Legenden um Maria Magdalena ranken, die Wissenschaftler beschäftigen, zu Diskussionen und Kontroversen führen. War sie eine heilige Hure? Eine Sünderin? Eine treue Gefährtin von Jesus Christus, gar seine Frau? Die Apostelin der 12 Apostel? Hatte sie lange wallende Haare? Lebte sie nur von Engeln ernährt 30 Jahre in einer Grotte?

Museumsleiterin Tina Reitz gab bei der Vernissage einen kleinen Einblick in geschichtliche Hintergründe und kommt zu dem Schluss: Maria Magdalena war eine selbstständige Frau, weil sie nicht im Haus eines Mannes lebte, so wie vor 2000 Jahren vorgesehen und üblich war. Belegt soll sein, dass sie Jesus Christus folgte, die einzige anwesende Zeugin bei seiner Kreuzigung, Beisetzung und Auferstehung war. Dass die Bedeutung von Maria Magdalena in der christlichen Geschichte nicht ausreichend gewürdigt wird, war dem Papst Gregor I. geschuldet. Er drängte sie im dritten Jahrhundert zurück, was bis heute Wirkung zeigt: Frauen dürfen keine Priesterin sein.


Ungeachtet dessen ist Maria Magdalena schon immer eine Inspiration für Künstler gewesen, die sich dieser Frau auf eine unterschiedliche und sehr individuelle Weise genähert haben und annähern. Das widerspiegelt sich in der Ausstellung eindrucksvoll. Namhafte Künstler sind vertreten. Werner Tübke beispielsweise mit der Lithograhie "Auferstehung", Ulrich Hachulla mit dem Triptychon "Hiob, Maria Magdalena, Christus im Garten Gethsemane", "Michael Triegel mit "Grablegung" oder Siegfried Otto Hüttengrund, der eigens für diese Exposition seine in sich versunkene, mit gekreuzten und auf das Herz gelegten Händen Maria Magdalena malte. Rund 100 Werke der Bildenden Kunst aus sechs Jahrhunderten und einige historische Schriftstücke sind zu sehen, die zum größten Teil und dankenswerterweise Leihgaben von Sammlungen, Museen und Privatpersonen sind. Allein das geschafft und organisiert zu haben, nötigt den Mitarbeitern der Kultur GmbH Hochachtung ab.

Die Ausstellung "Maria Magdalena - Glaube & Mythos" ist noch bis zum 27. Oktober auf Schloss Voigtsberg zu sehen. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen jeweils von 11 bis 17 Uhr.

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