Die Stimmenkönige des oberen Vogtlands

Nach Auszählung aller Stimmen steht fest, wer künftig in den 13 Kommunalparlamenten des Oberlands Politik macht. Alle Namen finden Sie auf der übernächsten Seite. Doch wer schnitt am besten ab?

Oelsnitz: Marion Schröder (CDU). Die Stimmenkönigin von Oelsnitz ist wie schon vor fünf Jahren Marion Schröder. Die Grand Dame des Rates, Jahrgang 1951, zog 1553 Stimmen. Gewinner ist auch Ulrich Lupart (AfD), der im Vergleich zu 2014 um fast 500 auf 1227 Stimmen zulegte und Waltraud Klarner (1203) vom Silberplatz verdrängte. Deutlich in der Wählergunst gestiegen ist auch Björn Fläschendräger, Kopf der Freien Oelsnitzer Bürgerschaft. Er konnte seine Stimmenanzahl im Vergleich zu 2014 auf 971 vervierfachen. Ein herausragendes Ergebnis erzielte Frieder Jäckel (AfD), der bei seiner Stadtratspremiere 943 Stimmen erhielt. Einen bekannten Mann hat die CDU neu in ihren Reihen: Unternehmer Roman Wunderlich (Wunderlichs Backstuben) schaffte den Sprung in den Oelsnitzer Rat. (tb)

Klingenthal: Judith Sandner (Freie Wähler). Mit 1119 Stimmen ist Judith Sandner die Favoritin der Klingenthaler. Sie hat ihr Ergebnis zu 2014 fast verfünffacht. "Ich bin überwältigt und sprachlos. Wir haben so vieles für unsere Stadt erreicht und ich freue mich riesig, dass ich an der Weiterentwicklung aktiv teilhaben darf. Einfach fantastisch", sagte die 45-jährige Arzthelferin. Auf Platz 2 kommt Carsten Förster von Pro Klingenthal. "Ich freue mich, dass wir unsere Stimmenzahl weiter erhöhen konnten. Die Wähler haben unsere Sacharbeit honoriert", so Förster zufrieden, der 1035 Stimmen erhielt. Mit Tino Richter (433 Stimmen) ist der Tierparkleiter im Stadtrat, mit Steffen Gerisch (314 Stimmen) der Chef des Besucherbergwerks "Grube Tannenberg". Die CDU bleibt trotz des Verlustes von zwei Sitzen mit sieben Abgeordneten stärkste Kraft. "Die Wahl hat gezeigt, dass die Bürger den Zusammenhalt des bisherigen Stadtrates wahrnehmen. Alle Fraktionen können sich auf Augenhöhe begegnen. Eigentlich gibt es keine Opposition mehr", so CDU-Fraktionschef André Karbstein, der seine Stimmenzahl mit 626 im Vergleich zu 2014 fast verdoppelte. Nicht in den Rat kam Klingenthals Ortsvorsteher Thomas Ungethüm. (tm)


Schöneck: Hans-Dieter Kersten (AfD). Mit 17 Stimmen Vorsprung wurde Hans-Dieter Kersten (AfD) der Stimmenkönig von Schöneck. Der Einzelabgeordnete erhielt 697 Stimmen, Ralf Jäkel (Freie Wähler) 680. Zur Wahl 2014 hatte Kersten 144 Stimmen erhalten - damals auf der Liste der Freien Wähler. "Von der Zahl der Stimmen bin ich selbst überrascht. Es hat sich bewährt, dass ich vor der Wahl mit vielen Bürgern gesprochen habe." Die Freien Wähler sind indes der große Gewinner. "Wir haben auf ein gutes Ergebnis gehofft, denn es war im Vorfeld zu spüren, dass die Bürger einen Wandel anstreben - aber das ist einfach toll", so Jäkel. Die Freien Wähler verfügen mit acht von 15 Stadträten über die absolute Mehrheit. Bürgermeisterin Isa Suplie (CDU) hofft, dass auch unter den neuen Mehrheiten Sacharbeit im Mittelpunkt steht. "Das ist auch unser Anliegen. Aber wir haben natürlich jetzt ganz andere Möglichkeiten der Gestaltung", so Ralf Jäkel. (tm)

Muldenhammer: Thomas Gütter (Freie Wähler). "Das Wahlergebnis ist eine solide Grundlage für die Arbeit in den nächsten Jahren", ist Gütter überzeugt. Mit 856 erhielt der bisherige stellvertretende Bürgermeister die meisten Stimmen aller Kandidaten. "Ein schönes Gefühl, zumal die Stimmen aus allen drei Ortsteilen kommen", freute er sich. Mit Wolfgang Schädlich (Linke/173 Stimmen) und René Standke (AfD/294 Stimmen) sitzen die beiden unterlegenen Bewerber um das Bürgermeisteramt von 2017 mit im Rat. (tm)

Bad Elster: Detlef Schlott (Unabhängige Bürgerschaft). Mit 1194 Stimmen ist Detlef Schlott die unangefochtene Nummer eins im Stadtrat Bad Elster. Jede fünfte Stimme im Kurort ging auf sein Konto. Silber geht an Carmen Schaller (Linke/452 Stimmen), die ihr Ergebnis zu 2014 verfünffachte und vom Wechsel Dieter Heynes auf die CDU-Liste profitierte. Heyne selbst erhielt 164 Stimmen, was nicht reicht. Mit 278 Stimmen ist Christiane Bang zu ihrer Stadtratspremiere die Nummer eins der Union. Ebenfalls neu im Rat ist Mirjam Knopp (183), die die Freien Wähler gemeinsam mit Rats- Urgestein Martin Schwarzenberg (360) vertritt. Gabriele Seifert (278) ist künftig Einzelabgeordnete der SPD, die einen Sitz verlor. (tb)

Tirpersdorf: Ronny Tenner (Wählervereinigung): Fuhrunternehmer Ronny Tenner aus Lotten-grün ist mit weitem Abstand Stimmenkönig im Gemeinderat von Tirpersdorf. Er erhielt 475 Stimmen oder 21,9 Prozent. Es ist das beste Prozent-Ergebnis eines einzelnen Kandidaten im gesamten oberen Vogtland. (tb)

Bad Brambach: Ines Czaya (Freie Wähler Bad Brambach). Mit 415 Stimmen schaffte es die Neueinsteigerin in den Kommunalpolitik auf Rang eins vor CDU- Platzhirsch Otto Fischer (334). Die seit 1990 im Kurort dominierende CDU ist der große Verlierer: Sie hat nur noch drei statt bisher elf Sitze, vier aktuelle Abgeordnete wie Bad Brambacher-Chef Andreas Henschke wurden nicht wiedergewählt. Erstmals sind die Freien Wähler stärkste Kraft. Mit fünf Parteien und Vereinigungen bei zwölf Sitzen ist der Bad Brambacher Rat so bunt wie nie - und es regieren die Neulinge: Drei Viertel der Abgeordneten saßen zuletzt nicht im Parlament. Dazu gehört Torsten Schnurre. Mit dem Bürgermeisterkandidat von 2018 schaffte die FDP im Ort nach Jahren ein Comeback. (hagr)

Adorf: Martin Geipel (Freie Wähler). Hauchdünn wurde es bei der Kür des Stimmenkönigs in Adorf: Martin Geipel lag mit 781 Stimmen ganze zwei vor der früheren Bürgermeisterin Mariechen Bang (CDU, 779). Geipel hat die Zahl seiner Stimmen im Vergleich zu 2014 (330) mehr als verdoppelt. Auch in Adorf ist die CDU nicht mehr die stärkste Kraft - die Freien Wähler überholten sie und haben nun mit sieben Sitzen einen mehr als die Union. Bei der CDU hat es mit Elisabeth Blüml die neue Geschäftsführerin an der Talsperre Pöhl in den Rat geschafft. Die SPD verlor einen Sitz, die langjährige Linken-Rätin Maritta Leipold erhielt nicht genug Stimmen für eine Wiederwahl. (hagr)

Markneukirchen: André Worbs (Freie Wähler Markneukirchen/ Erlbach). Mehr als verdreifacht hat Erlbachs Ortsvorsteher die Zahl seiner Stimmen. Er erhielt 1258. Die Freien Wähler lösten die CDU als stärkste Kraft ab, die drei Sitze und mit Hermann Ratz, Walter Voigt und Florian Stengel drei Abgeordnete verlor. Mit fünf Räten rangieren sie hinter den Freien Wählern (sieben). Die AfD zieht bei ihrer Premiere mit drei Abgeordneten ein, die SPD mit einem, die FDP verlor ein Mandat. (hagr)

Mühlental: Karli Staer (Wählervereinigung Tirschendorf). Der Vizebürgermeister holte mit 226 die meisten Stimmen, seine Vereinigung gewann ein Mandat. Eins abgegeben müssen die Mühlentalfreunde. Über die Hälfte der Räte (sieben von zwölf) sind neu dabei. Für Arndt Doll, Uwe Buschner und Tino Gennies reichte es nicht zur Wiederwahl. (hagr)

Bösenbrunn: Gunter Reichelt (Action gemeinsame Liste Bösenbrunn). Stimmenkönig ist ein Rückkehrer: Ex-Vizebürgermeister Gunter Reichelt (169 Stimmen). Action gemeinsame Liste und Linke legten je ein Mandat zu. Federn lassen müssen die Abgeordneten der Bürger, die mit Heiko Schumann und Daniel Rödel zwei Räte verlieren. (hagr)

Triebel: Udo Seeger (Freie Wähler Triebel). Seinen Titel als Stimmenkönig von 2014 hat Seeger auch am Sonntag verteidigt - 272 Stimmen. Alle zehn Kandidaten der Freien Wähler wurden gewählt. Das haben die langjährigen Räte Katharina Pfeffer (Linke und Rudolf Schwab (SPD) verpasst. (hagr)

Eichigt: Stephan Meinel (Bürger für Eichigt). Im Vergleich zur Wahl 2014 legte der Stimmenkrösus in Eichigt nochmals 81 Stimmen auf 329 zu. Für alle Bewerber der neuen Bürger für Eichigt - die bisher meist auf CDU-Ticket fuhren - sprang ein Mandat heraus. (hagr)

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