Dienstpflicht diskutiert

Die freiwilligen Feuerwehren im Vogtland verlieren pro Jahr etwa 50 Mitglieder. Bei einem Gespräch mit Politikern haben sie nach Gegenmaßnahmen gesucht.

Von Silvia Dienel

Den freiwilligen Feuerwehren im Vogtland fehlen Nachrücker, die Anerkennung in der Bevölkerung lässt zu wünschen übrig, und weil Lücken in den Reihen der Mitglieder klaffen, ist es wochentags um die Tageseinsatzbereitschaft schlecht bestellt. Wie gegensteuern, wenn vogtländische Feuerwehren pro Jahr 40 bis 60 Mitglieder verlieren?

Auf der Suche nach Lösungen setzten sich jetzt Vertreter des Landes und Feuerwehrverantwortliche der Region in Ellefeld an einen Tisch. Zum vierten Mal fand die Diskussionsrunde statt. Einige Baustellen sind die gleichen wie am Anfang. Zwar verfügen die meisten Wehren über Kinder- und Jugendabteilungen. Aber die benötigen unbedingt mehr Zulauf. Mit Blick auf ein Informationsblatt, von dem man sich in Grünbach Erfolg erhoffte, zog Ex-Wehrleiter Thomas Geigenmüller ernüchternde Bilanz: "Aus Grünbacher Sicht kann ich sagen, das bringt es nicht."

Von Desinteresse berichteten viele. Jens Jacob, Stadtwehrleiter aus Oelsnitz, klagte: "Wir werden zu wenig bis gar nicht wahrgenommen." Er vermisse in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für Feuerwehrbelange und die Unverzichtbarkeit dieses Ehrenamtes. Eine Forderung lautet, Bildungseinrichtungen verstärkt ins Boot zu holen. Projektarbeit könne da der Ansatzpunkt sein, fand Jens Jacob. "Etwas, wo sich die Schüler hineindenken müssen." Andere spannten den Gedanken noch weiter. "Wie wäre es, wenn wir zum alten System zurückkehren?", fragte Sören Voigt (CDU), Landtagsabgeordneter aus Falkenstein, und meinte damit eine Wehr- oder Dienstpflicht: "Wir geben eine Menge Geld aus, brauchen aber auch Leute, die Dienst leisten", sagte er.

Günther Schneider, Staatssekretär im Innenministerium, fand den Vorschlag alles andere als abwegig: "Wir brauchen eine allgemeine Dienstpflicht", sagte er. "Junge Leute müssen daran erinnert werden, dass sie nicht allein sind auf der Welt." Schneider kündigte ein neues Brand-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzgesetz an. Es ist für 2019 vorgesehen.

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