Edle Rösser und Kutschen vor königlicher Kulisse

Die 16. Equipage in Bad Elster war am Pfingstsonntag ein großer Besuchermagnet. Zahlreiche Besucher säumten die Straßen des Kurortes. Ein Teilnehmer aus Brandenburg lobt die Veranstaltung ganz besonders.

Bad Elster.

Jörg König aus Mehrow bei Berlin war am Sonntag der Teilnehmer, der mit seiner Kutsche und Pferd die weiteste Anreise zur 16. Equipage nach Bad Elster hatte. Er hat die mehr als 350 Kilometer lange Anfahrt ins Vogtland nicht bereut. Denn die historische Pferdeveranstaltung hat bei ihm Eindruck hinterlassen.

Der Züchter von sogenannten holländischen Friesenpferden hat die Veranstaltung mit einigen Urlaubstagen im oberen Vogtland verbunden. Er lobte besonders das Niveau: "Was hier auf die Beine gestellt wurde, kann man nur loben. Man findet hierzulande nur noch selten solche stilvollen Reitveranstaltungen, die mit einem kulturellen Hintergrund verbunden werden. Die Organisatoren haben alles sehr gut durchdacht und sich alle Mühe gegeben." Der 62-Jährige nimmt öfters an Schaurundfahrten wie der Teichrundfahrt in Moritzburg teil. "Der Pferdesport wird mehr honoriert wie die Traditionsfahrten. Diese haben ein gewisses Kulturgut und sollten, wenn möglich, mehr finanziell unterstützt werden", so Jörg König. Es sei auch für die Teilnehmer ein großer Aufwand, die Pferde und Kutschen auf solche Events wie in Bad Elster vorzubereiten. Genau das meint auch Hartmut Jacob, Seniorchef der Waldwirtschaft Jacob in Wohlhausen bei Markneukirchen. Er war mit seinen tschechischen Barockpferden dabei. Er sagt: "Es braucht einen Tag Vorbereitung und einen Tag in der Nachbereitung. Die Pferde und Kutschen müssen gewaschen und geschmückt werden." Seine Pferde kamen früher bei der Waldarbeit mit zum Einsatz, heute fast nur noch zu Schau- und Traditionsfahrten, die sich dafür besonders eignen.


Teilnehmer mit seltenen Pferden waren auch dabei. Zum Beispiel Holm Opitz aus Jugelsburg. Seine privaten ungarischen Rassepferde mit ausgeprägten orientalischen Einfluss gelten heute als etwas Besonderes. "Sie waren als Jagdpferde in Europa einst sehr begehrt. Heute soll es davon weltweit nur noch 200 Stück geben", so Opitz.

Mit welcher Liebe zum Detail die Pferde herausgeputzt wurden und die mehr als 20 Teilnehmer sich dazu in historische Kostüme kleideten, das verfolgten zahlreiche Besucher am Sonntagvormittag vor dem Kurhaus zur Präsentation der Pferdekutschen und am Nachmittag beim sportlichen Teil der Veranstaltung im Paul-Schindel-Park. Auf der benachbarten Freifläche am Fußballplatz standen die Abschlusspräsentation, der Wettbewerb im Hindernisfahren und das Bad-Elster-Derby auf dem Programm, welche durch eine Jury bewertet wurden. Für die schönste präsentierte Kutsche mit ihrem Sechs-Pferdegespann wurde zum Beispiel Arndt Schöniger aus Lengenfeld mit einem Pokal ausgezeichnet.

Die Veranstaltung und das abschließende Kutschentheater standen in diesem Jahr unter dem Motto "350 Jahre Elsterquellwasser", das einst im Jahr 1669 von dem Plauener Georg Leisner untersucht wurde, der darüber ein Buch verfasste. Laut Stephan Seitz, Marketingdirektor der Chursächsischen Veranstaltungsgesellschaft, ist das der Kern der Geschichte des Theaterstücks gewesen. "Bad Elster hat eine lange Pferdetradition. Zu Königszeiten war die Pferdekutsche das Fortbewegungsmittel und es gab damals schon entsprechende Veranstaltungen. Wir versuchen jedes Jahr, die Equipage mit einem historischen Thema zu verbinden", so Seitz.

Im Jahr 2004 wurde die Equipage von dem Elsteraner Axel Schulze begründet. Heute haben die Chursachsen zusammen mit der Pferdesportgemeinschaft (PSG) Oberlosa die Organisations-Zügel fest in der Hand. "Unser Dank gilt der PSG, der Stadt sowie allen Teilnehmern, die sich jedes Jahr große Mühe mit ihren Pferden machen", freut sich Stephan Seitz über die Mitwirkenden aus Thüringen, Bayern, Sachsen und dem Vogtland.

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