Ehrung für den Erfinder des Notrufs 112

Bad Brambach will Siegfried Steiger zu seinem 90. Geburtstag im Dezember würdigen. Der Pionier des Rettungswesens wurde in Schönberg geboren.

Schönberg/Bad Brambach.

Der Kurort Bad Brambach plant eine Ehrung für einen Sohn der Gemeinde, der es zu deutschlandweiter Bedeutung gebracht hat: Sie will Siegfried Steiger, Pionier des Rettungswesens, aus Anlass seines 90. Geburtstages am 15. Dezember ehren. Denn - was nur wenig bekannt ist - der Architekt und Begründer der Björn-Steiger-Stiftung kam im heutigen Ortsteil Schönberg zur Welt - in einem der Häuser auf der sogenannten "Kohlrabiinsel", wie Chronist Erhard Adler recherchiert hat.

Ein tragischer Unfall vor 50 Jahren hat das Leben von Ute und Siegfried Steiger geprägt - und das Rettungswesen in Deutschland revolutioniert. Björn, ältester Sohn der vogtländischen Paars, starb eine Woche nach seinem neunten Geburtstag. Er wurde auf dem Heimweg vom Freibad von einem Auto angefahren. Trotz mehrfach alarmierter Polizei und Rettungskräfte dauert es fast eine Stunde, bis ein Krankenwagen da war. Björn Steiger starb auf dem Weg ins Krankenhaus.


Sein Vater und seine aus Rodewisch stammende Mutter machten es sich in der Folge zur Lebensaufgabe, das Rettungswesen in Deutschland zu vernetzen und zu professionalisieren. Einheitliche Notrufnummern, mehr Alarmierungsmöglichkeiten, ein durchgehend besetztes Leitstellennetz - all dies war Ende der 1960-er Jahre ein Fremdwort. In der Folge baute die Björn-Steiger-Stiftung nicht nur ein dichtes Netz an Notrufsäulen auf - in Spitzenzeiten standen rund 8000 der orangefarbenen Bauten an Straßen. Die Durchsetzung der kostenlosen bundesweiten Notrufnummern 110/112 in den Jahren 1972/73 war ein großer Erfolg der Stiftung - die bis in die Gegenwart mit immer neuen Vorhaben das Rettungssystem prägt.

Bad Brambachs Bürgermeister Maik Schüller (parteilos) schwebt "eine Ehrung mit Charakter" vor, sagte er im Gemeinderat. Etwa ein Gedenkstein mit Tafel vor dem Geburtshaus in Schönberg. Erhard Adler hat an Steigers Wohnort Winnenden geschrieben und mit der Stiftung, die heute der jüngste Sohn Pierre-Enric führt, Kontakt aufgenommen. Er hat nach eigenen Worten viel Aufgeschlossenheit für das Vorhaben der Vogtländer erfahren.

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