Ein Veilchen aus Klingenthal

Mit Maximilian Schlosser hat Klingenthal wieder einen Profi-Fußballer. Der junge Mann aus dem Ortsteil Zwota spielt beim FC Erzgebirge Aue.

Klingenthal.

Seinen ersten offiziellen Öffentlichkeitstermin als Profi-Fußballer in Klingenthal hat Maximilian Schlosser hinter sich - Übergabe eines Fördermittelbescheids am Montag an den FSV 1990 Klingenthal. Mit dem Geld kann jetzt der Bolzplatz gebaut werden, der im Rahmen der derzeit laufenden Sanierung des Dürrenbach-Sportplatzes entstehen wird.

Für den 19-jährigen Torhüter eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Als Kind hat er beim FSV 1990 seine ersten Spiele bestritten, trainiert von Paul Böttcher. "Den Maximilian haben wir nicht vergessen", sagte FSV-Chef Detlef Höcker. "Das wird eine schöne Anlage", zeigte sich der Jung-Profi überzeugt. Zur offiziellen Einweihung, die im Frühjahr 2019 stattfinden soll, hätte Bürgermeister Thomas Hennig (CDU) gern den FC Erzgebirge Aue zu Gast: "Das wäre was, und dann Maximilian mindestens eine Halbzeit im Tor."

Seit dem 1. Juli hat Maximilian Schlosser einen Vertrag in Aue. Über die Stationen Klingenthal und VfB Auerbach war er 2011 zum Traditionsverein im Erzgebirge gekommen, wo er im Internat lebte und neben der sportlichen Ausbildung im vergangenen Jahr auch das Abitur machte. Zum Unterricht ging es dabei jeden Tag nach Chemnitz.

Hinter dem jungen Mann liegt schon ein langer, harter, aber letztlich erfolgreicher Weg durch die Kaderschmiede des Nachwuchsbereichs. Schon 2010 war der Zwotaer in das Förderprogramm des DFB aufgenommen worden. 2012, gerade mal 13 Jahre, erhielt er die Auszeichnung als bester Torhüter Ostdeutschlands. Im Februar diesen Jahres war er - noch A-Jugendlicher - mit den Auer Profis erstmals beim Trainingslager in Spanien dabei. Schlosser fühlt sich inzwischen gut aufgenommen in der Truppe. Auch zu Stammtorhüter Martin Männel, der seit 2008 bei Aue spielt, habe er ein gutes Verhältnis: "Der gibt einem oft wichtige Tipps."

Seine Stärke sieht Maximilian Schlosser im Spiel auf der Linie. Dass er eine Abwehr lautstark dirigieren kann, weiß Vater Jörg als oftmaliger Zuschauer auf der Tribüne zu bestätigen: "Auch wenn er sonst ruhig ist, da hört man ihn schon."

In der Vorbereitung auf die neue Saison der 2. Bundesliga bestritt er vier Testspiele - und kassierte dabei kein Tor. Zuletzt stand er gegen Drittligist Carl Zeiss Jena (1:0) die gesamte 2. Halbzeit im Kasten. Nun hofft er auf den ersten Punktspieleinsatz in der 2. Bundesliga.

Der Vertrag beim FC Erzgebirge läuft erst einmal für ein Jahr. Maximilian Schlosser sieht es als Lehrzeit im harten Profi-Geschäft.


Klingenthaler Spieler in Aue

Stefan Zettl war 1978 mit den Junioren von Wismut Aue Pokalsieger und gehörte in der Saison 1978/79 zum Auer Kader der Nachwuchs-Oberliga. Er ist kürzlich verstorben.

André Köhler wechselte 1987 von Chemie Böhlen zu Wismut Aue, bestritt in seiner ersten Oberliga-Saison als Innenverteidiger 25 der 26 Punktspiele und war maßgeblich am 4. Tabellenplatz der Auer beteiligt. Anschließend stand er bei allen vier Spielen im Uefa-Pokal auf dem Platz. Köhler kam 1991 als erster Klingenthaler in der Bundesliga zum Einsatz (4 Spiele für Eintracht Frankfurt, 1 im Uefa-Cup) und bestritt danach noch 58 Punktspiele für Fortuna Köln in der 2. Bundesliga. (tm)

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