Eine Frau und ihr Huskywald

Schon von klein auf ist Claudia Wuschek auf den Hund gekommen. In Jägersgrün lebt sie ihre Leidenschaft.

Jägersgrün.

Von Natur aus ist Claudia Wuschek ein fröhlicher Mensch. In diesen Tagen aber macht sie hin und wieder ein trauriges Gesicht, wenn sie nach draußen schaut und die Misere vor der Tür sieht. An diesem Wochenende hätte das Schlittenhunderennen in Hammerbrücke stattfinden sollen und für sie wäre das als Mitorganisatorin eine Premiere gewesen. In den vergangenen 30 Jahren fiel es vielleicht eine Handvoll mal aus, weil es an Schnee fehlte - für dieses Wochenende musste es leider auch abgesagt werden. Deshalb ist Claudia Wuschek traurig: "Gestartet bin dort schon. Diesmal beteiligte ich mich auch an der Vorbereitung und dafür hatten wir alle schon viel Zeit und Mühe investiert. Alles für die Katz, da kann man nichts machen. Weil das Rennen jedes Jahr abhängig ist vom Wetter, überlegen wir, ob wir es künftig bei Schneemangel nicht mit Wagen durchführen."

Claudia Wuscheks Gesicht hellt sich auf, als würde die Sonne scheinen, sobald sie sich dem Gehege nähert und ihre Lieblinge mit einem kurzen Pfiff begrüßt. Zehn Huskys kommen angestürmt, belagern den Zaun und antworten Frauchen in Hundemanier: mit Schwanzwedeln und freudigem Jaulen. Die 31-Jährige schlüpft schnell durchs Tor und wird sofort umzingelt, belagert und beleckt. Jeder der Sibirian Husky und Alaskan Malamutes will der Erste sein, vor den anderen geschmust werden und seine Streicheleinheiten bekommen. Claudia Wuschek müsste mehrere Hände haben. Kein Vierbeiner wird vernachlässigt und gibt sich schließlich zufrieden - für ein paar Minuten zumindest.

Ein Leben ohne ihre Huskys kann sich die frühere Falkensteinerin nicht vorstellen: "Ich bin schon als Kind jedem Menschen hinterher, der einen Hund an der Leine hatte, egal ob groß oder klein. Meinen ersten Hund bekam ich als Achtjährige. Wicky holten wir aus dem Tierheim. Sie war ein völlig durchgeknallter Mischling und zog so sehr an der Leine, dass ich sie kaum halten konnte. Ich dachte mir: Wenn sie schon so gerne zieht, dann kann ich sie doch auch einen Schlitten ziehen lassen. Ich kratzte mein Taschengeld zusammen und kaufte Geschirr. So kam meine Affinität zu Hunden, die rennen und ziehen - zu Huskys."

Ihre ersten vier Schlittenhunde bekam Claudia Wuschek vor acht Jahren: vier Huskys, von einem Bekannten. "Dabei ist es aber nicht geblieben. Es sind immer welche dazugekommen, auch vom Tierschutzverein Auerbach", erzählt die Hundenärrin und ehrenamtliche Chefin des Vereins. Wegen des Zuwachses und mit Unterstützung ihres Lebensgefährten Erik kam sie auch auf die Idee, die Hundepension Huskywald einzurichten. Hier sollen Abby, Diego, Jack, Kiwi, Milka, Roxy, Yuma und die anderen Vierbeiner ein sorgenfreies und artgerechtes Leben führen können. Züchten wollte sie von vornherein nicht. Deshalb sind die Rüden kastriert. Zwar spannt Claudia Wuschek einige ihrer Hunde auch vor den Wagen oder Schlitten, aber außer in Hammerbrücke - und das auch nur als Hobby - nimmt sie sonst an keinen Rennen auswärts teil. "Die Anfahrten und der Trubel im Camp würde für die Huskys zu stressig sein. Das will ich nicht."

Service Claudia Wuschek bietet unter anderem Husky-Wanderungen, Musher-Kurse und Touren mit Schlitten- beziehungsweise Trainingswagen an. Die Hundepension Huskywald ist erreichbar unter Telefon 0152 38972527. Der Aufenthalt in der Tierpension kostet ab 14 Euro pro Tag, zwei Hunde ab 20 Euro. Versicherungsschein der Hundehalterhaftpflicht in Kopie, einen Nachweis über aktuelle Impfung und Entwurmung.

www.huskywald-vogtland.de

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...