Eine Huldigung Clara Schumanns

"Wasserspiele" und "Fanny Clara": Die 19. Chursächsischen Festspiele sind eröffnet. Star zum Auftakt war die polnische Pianistin Natalia Lentas - sie berührte das Publikum mit ihrem Spiel auf einem historischen Flügel.

Bad Elster.

Die Frage stellt sich: Ist Musik weiblich oder männlich? Gemessen am Artikel "die", so ist die Sache klar: weiblich. Was den Inhalt betrifft oder die Art der Interpretation, dazu meint Natalia Lentas: "Es gibt keine weibliche oder männliche Musik. Es gibt Musik, die berührt oder die nicht berührt." Die Besucher im ausverkauften König-Albert-Theater waren am Freitag mehr als angerührt vom Spiel der Solistin, geradezu euphorisiert. Gemeinsam mit der Chursächsischen Philharmonie unter Leitung von Generalmusikdirektor Florian Merz brachte Lentas das Konzert für Klavier und Orchester und Klavier a-Moll op. 7 von Clara Schumann zu Gehör.

Exakt an diesem Tag vor 200 Jahren geboren, stand sie alles andere - und wenn, dann zu Unrecht - als im Schatten ihres Mannes Robert Schumann. Insofern wurde ihr als Frau und Musikerin mit dem Konzert gehuldigt. Natalie Lentas begeisterte mit ihrem ebenso kraftvollen wie gefühlvollen Spiel auf einem historischen Hammerflügel aus dem Jahr 1828, vor allem beim musikalischen Dialog mit dem Cellisten Georg Stahl. Die Solistin war zweifelsohne Star des Abends trotz der vom Orchester vorzüglich gespielten Ouvertüre von Fanny Mendelssohn-Hensel - innige Freundin von Clara Schumann - und der Symphonie Nr. 1 von Felix Mendelssohn Bartholdy, dem sich Clara Schumann freundschaftlich eng verbunden fühlte.

Mit dem Konzert wurde nicht nur die neue Spielzeit 2019/20, sondern auch die 19. Chursächsischen Festspiele eröffnet, die in diesem Jahr mit "Wasserspiele" überschrieben sind. Aus gegebenem Anlass, worauf Bürgermeister Olaf Schlott (Unabhängige Bürgerschaft) in seiner Laudatio verwies: 1669 wurde vom Plauener Arzt und Stadtphysikus Georg Leisner der Grundstein für die Bädertradition in Bad Elster gelegt. Er untersuchte den Elsteraner Säuerling auf seine heilende Wirkung, der 1670 provisorisch in einem ausgehöhlten Eichenstamm und 1789 im Auftrag vom Kurfürsten Friedrich August III. von Sachsen erstmals in Stein gefasst wurde. Heute ist es die Moritz-Quelle.

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