Eine Werkstatt, die die Menschen zusammenbringt

LESER HELFEN: Pfarrer Andreas Vödisch rennt mit seiner Idee offene Türen ein

In der Bibel steht: "Suchet der Stadt Bestes." Festgehalten vom Propheten Jeremia im Alten Testament. Pfarrer Andreas Vödisch versucht gerade, diese Worte mit Leben zu füllen. Manuela Müller hat sich mit ihm unterhalten. Was ihn bewegt, in Plauen-Haselbrunn eine Mitmachwerkstatt aufzubauen. Die Aktion "Leser helfen" möchte ihn unterstützen und sammelt Spenden für die Werkstatt.

Freie Presse: Herr Vödisch, werden Sie auf der Straße angesprochen?

Andreas Vödisch: Ja, die Leute reagieren mir gegenüber alle positiv, manche haben Ideen und wollen mitmachen. Eine Frau hat mir zum Beispiel Werkzeug angeboten. Auch das hilft uns. Wir schauen uns das an und brauchen am Ende vielleicht weniger Geld fürs Werkzeug. Baubürgermeister Levente Sárközy wohnt genau wie ich in Haselbrunn und hat Ideen für den Anhänger. Er sagt, es gibt eine Firma in Plauen, die solche Hänger umbaut. Die Jugendfeuerwehr Stadtmitte hat sich einen Hänger ausrüsten lassen für ihre Einsätze. Den werde ich mir anschauen.

Wer und welches Auto soll den Anhänger ziehen?

Ich habe eine Anhängerkupplung, Benjamin Olsson, der Sozialarbeiter des Markuskellers, hat auch eine. Das wird nichts Kompliziertes. Wir werden den Versicherungsvertrag für den Anhänger so regeln, dass nicht nur einer ihn ziehen darf.

Langsam wird's konkret?

Das kann man so sagen. Ich war auch beim Fahrrad-Schmidt. Der Laden liegt zwar nicht in Haselbrunn, aber wir haben kein Fahrradgeschäft hier. Der Chef, Stephan Kühnel, möchte uns ebenfalls unterstützen. Das Beispiel zeigt, wie es laufen kann mit unserer mobilen Stadtteil-Werkstatt.

Und wie kann es laufen?

Zum Beispiel können Profis erklären, wie man selbst kleine Sachen repariert. Der Fahrrad-Profi schaufelt sich Zeit frei und stellt sich an unseren Hänger. Dort erklärt er, welches Werkzeug sinnvoll ist, wenn ich eine Radtour mache, und wie ich kleine Sachen selbst repariere. Sich helfen können, wenn etwas kaputt ist. Das ist eine Sparte, die wir abdecken wollen. Ich kann mir das durchaus auch für kleine Auto-Reparaturen vorstellen.

Wer darf daran teilnehmen?

Die Haselbrunner vor allem. Wäre wunderbar, wenn Eltern das Angebot gemeinsam mit ihren Kindern nutzen. Auch die alleinerziehende Mutter mit ihrer Tochter. Man wird auch als Vater nicht dümmer, wenn man sich das anhört. Das Ganze soll verbindend sein. Man kommt ins Gespräch, wenn man repariert. Vielleicht entwickelt sich daraus etwas. Dass die Kids wieder Lust auf Handwerk haben. Ich denke, das ist interessant für sie. Gutes Werkzeug in der Hand zu halten und damit etwas zu schaffen.

Das klingt, als ob Sie selbst nicht nur gerne auf der Kanzel stehen, sondern am Schraubstock.

Ich habe früher bei einem Freund in der Zimmerei gearbeitet und viel gelernt dort. Diese Mitmachwerkstatt war schon lange eine Idee.

Warum tun Sie das? Sie sind Pfarrer, zuständig für Gottesdienste, für die Menschen in Ihrer Kirchgemeinde.

Auch das ist das Evangelium. Ohne den Blick auf die Welt funktioniert es nicht. Ich bin ein normaler Mensch, der schaut und macht. "Suchet der Stadt Bestes", steht im Alten Testament. Jesus ist auch zu den Leuten gegangen, hat geschaut und nach Möglichkeit gehandelt. Die Markuskirche ist baulich das Zentrum von Haselbrunn. Wir haben uns die Frage gestellt, was wir tun können für unseren Stadtteil. manu

SPENDEN FÜR die Mitmach-Werkstatt können Sie auch direkt überweisen auf folgendes Konto: Verein "Leser helfen", IBAN: DE47 8709 6214 0224 4224 40, Stichwort "Hilfe für Mitmach-Werkstatt" oder unter: www.freiepresse.de/leserhelfen


Das zweite Projekt im Vogtland: Christen sammeln für Simon

Noch bis zum Sonntag rühren Mitglieder der Christlichen Versammlung Rempesgrün, einer freikirchlichen Gemeinde, auf dem Auerbacher Weihnachtsmarkt die Werbetrommel zugunsten des behinderten Simon. Damit unterstützen sie die Aktion der "Freien Presse".

Sie verteilen alljährlich unentgeltlich christliche Literatur aller Art, unter anderem Kalender, um den Leuten dadurch "Denkanstöße zu geben", wie es Dorothea Heckel (64) formuliert: "Wir hoffen natürlich, dass sie sich mit dem beschäftigen, was wirklich wichtig ist." Parallel zur Verteilaktion läuft immer auch eine Sammlung. "Denn die meisten möchten uns etwas geben, auch wenn es nichts kostet", sagt Dorothea Heckel. Jedes Jahr sammeln die Christen deshalb für ein anderes Projekt. Das gesammelte Geld soll dem neunjährigen Simon Leine aus Auerbach zugute kommen, das Auto seiner Familie soll behindertengerecht umgebaut werden.

Spenden für Simon können Sie auch direkt überweisen auf das Konto: Verein "Leser helfen", IBAN: DE47 8709 6214 0224 4224 40, Stichwort "Hilfe für Simon". Der heutigen Printausgabe liegt ein entsprechender Coupon bei. Oder Sie spenden per Internet. (bap)

www.freiepresse.de/leserhelfen

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