Einer der schönsten Parks Deutschlands

Ausflugstipp Das Vogtland hat auch über Sachsens Grenzen hinaus viel zu bieten. Die "Freie Presse" stellt einige Ziele vor. Heute: Der Bürgerpark Theresienstein.

Hof.

Der Bürgerpark Theresienstein ist der älteste seiner Art in Deutschland und wurde nicht zu Unrecht 2003 zum "Schönsten Park Deutschlands" gekürt. Die weitläufige Parkanlage an der Alten Plauener Straße in Hof erstreckt sich bis fast direkt in die Innenstadt. Zu finden sind darin zahlreiche Möglichkeiten zur Erholung.

Im Gegensatz zu vielen anderen Parkanlagen ist der Theresienstein schon immer ein Bürgerpark gewesen, das heißt er verdankt seine Entstehung allein bürgerlichem Engagement. 1819 begann man ein bis dahin eher karges Gelände auf einer Felserhebung an der Saale zur Parkanlage umzugestalten. Mittlerweile umfasst sie 70 Hektar. Im Zuge der Landesgartenschau 1994 wurde sie weitgehend in den Ursprungs- zustand gesetzt. So kann man heute freigelegte Sichtachsen und Bachläufe so erleben, wie sie im 19. Jahrhundert geplant worden waren.

Ursprünglich trug der Park den Namen des Felsens, an dem er errichtet wurde - Fröhlichenstein. Doch als 1836 Königin Therese Charlotte, die Frau Ludwig I., die Stadt Hof besuchte, erhielt er ihr zu Ehren den heutigen Namen.

In dem weitläufigen Areal gibt es zahlreich Spazierwege. Einer führt zum Labyrinth. Das ist der älteste Teil des Theresiensteins. Er geht auf das 17. Jahrhundert zurück. Ein Lehrer legte dort für seine Schüler einen Irrgarten an. Heute deutet nur noch der Name auf den Ursprung hin. Einen Irrgarten gibt es schon lange nicht mehr. Dafür eine künstliche Burgruine. Zu verdanken ist sie Johann Gottlob Thomas. Er war seit 1861 Stadtbaurat und später Mitglied im Hofer Verschönerungs- verein, der 1875 gegründet wurde. Die Anlage des Theresienstein sollte vergrößert werden. Da dafür allerdings städtische Mittel nicht ausreichend waren, bat Thomas die Bürger und Firmen um Spenden.

Durch die stattlichen Summen, die eingingen, konnte nicht nur der Labyrinthberg aufgeforstet werden, sondern auch eine Anlage errichtet werden, die an eine mittelalterliche Burgruine erinnert. Sie entsprach dem damaligen romantisierenden Zeitgeschmack.

In die Ruine wurde eines der wenigen verbliebenen Reste des Hofer Schlosses verbaut - das alte gotische Tor. Das Hofer Schloss wurde von den Vögten von Weida erbaut und 1276 das erste Mal urkundlich erwähnt. Als Wehrburg war es in die Befestigungsanlage der Stadt integriert. 1373 ging das Schloss von den Vögten zu den Burggrafen von Nürnberg über und wechselte später oft die Besitzer. 1743 fiel es einem großen Stadtbrand zum Opfer und nur wenige Teile blieben erhalten. Der Torbogen verbindet an der künstlichen Ruine den Basteirundbau mit dem 16 Meter hohen Aussichtsturm. Von hier aus bietet sich ein herrlicher Blick übers Land.

Ein weiterer beliebter Erholungsort am Theresienstein ist der Botanische Garten. Er wurde in den Jahren 1929-32 errichtet und in den 1960er Jahren umgestaltet. Die Pflanzen aus aller Welt sind wahre Hin- gucker. Vom geometrisch angelegten Rosarium bis hin zu Felsspaltengärten mit schwer zu kultivierenden Pflanzen gibt es eine Menge zu sehen. Ergänzt wird die Gartenanlage mit einem Gartenhaus und einem Trinkbrunnen. Durch die zahlreichen Sitzgelegenheiten ist es ein angenehmer Ruhepol.

Vom Botanischen Garten sind es nur wenige Schritte zum Hofer Zoo. Seine Entstehung war eher dem Zufall geschuldet. Der Aquarienverein baute am Theresienstein sein Vereinsheim und legte kleine Teiche zur Wasserflohgewinnung an. Nach und nach kamen Käfige und Volieren hinzu und kranke Tiere aus der Umgebung wurden gepflegt. So kam es nach kurzer Zeit zur Gründung des Zoos. In den Eingangs- bereich wurde der Geologische Garten integriert. Rund 80 Gesteins- arten spiegeln dort die geologische Vielfalt Oberfrankens wieder.

Das prägende Gebäude ist ohne Zweifel das Wirtschaftsgebäude in der Sichtachse zur Innenstadt. Es wurde 1903 nach Plänen des Stadtbaurates Albert Mollweide gebaut. Die repräsentative Villa im Jugendstil, als Gesellschaftshaus mit Tanzsälen und Restaurant geplant, ziert ein großer Uhrenturm. Leider hat sie heute mit Hausschwamm zu kämpfen und ist geschlossen.

Nichtsdestotrotz ist der Platz um die Villa ein beliebtes Ausflugsziel. Er bildet mit einem historischen Konzertpavillon ein Ensemble wie aus längst vergangenen Tagen. Vom Vorplatz aus hat man einen schönen Blick auf Hof und auf ein Teppichbeet mit Brunnen und Löwenskulptur. Jährlich wechselnde Blumenmuster in geometrischen Formen sind ein besonderes Highlight.

Ebenso in unmittelbarer Nähe des Wirtschaftshauses gelangt man zur Thomashöhe. Dies ist ein Aussichtshügel mit einem chinesischen Pavillon aus dem Jahr 1885. Auch er wird in den wärmeren Jahreszeiten von einem malerischen Schmuckbeet umrahmt. Der Hügel erinnert mit seinem Namen an den Stadtbaurat Gottlob Thomas.

Die neueste Attraktion des Theresiensteins ist ein sechs Kilometer langer Geopfad. Er führt auf einem ausgeschilderten Spazierweg zu sieben Orten, die geologisch besonders wertvoll sind. Einen Flyer dazu hält die Touristeninformation bereit.

Der Theresienstein ist also ein wunderbares Ausflugsziel für die ganze Familie. Zoobesuch, ein Rundgang durch den Botanischen Garten, Spaziergänge und Spielplatzbesuch sind nur einige der Dinge, die man hier unternehmen kann. Die vielfältigen und gepflegten Orte innerhalb der Anlage laden immer wieder zu Entdeckungen ein.

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