Eldorado für "Holzwürmer"

Knut Kupsch hat vergangenes Wochenende bei Grünbach einen Kurs zur Holzbearbeitung veranstaltet. Sein Nordic Camp an der Hammerbrücker Straße wird immer größer.

Grünbach.

Wenn Knut Kupsch bei strahlendem Sonnenschein am Rande von Grünbach mitten im Wald im Freien steht und über sein Nordic Camp erzählt, stehen ihm Zufriedenheit ins Gesicht geschrieben. "Viele Leute die zum ersten Mal herkommen, wohnen quasi um die Ecke und können gar nicht glauben, wie idyllisch es gleich vor der Haustür sein kann." Dass der Inhaber des Nordic Camp auf dem fast zwei Hektar großen Areal an der Hammerbrücker Straße zwischen Grünbach und Falkenstein seine private Oase gefunden hat, wird nach wenigen Momenten klar. Mit einem Zigarillo und einem dampfenden Becher Kaffee in der Hand erklärt der Zwickauer wie alles anfing: "Vor einigen Jahren war ich zum Wandern hier und sofort von der Schönheit der Gegend begeistert und dachte daran, was hier alles entstehen könnte."

Beim Träumen hat es der Bauingenieur nicht belassen. 2002 begann er mit der Sanierung der ehemaligen Betriebsferienanlage, die heute insgesamt fünf Häuser umfasst, die jeweils vier bis sechs Urlaubern Platz bieten. Dazu kommen ein Gemeinschaftsgebäude und eine Sauna.

Viele Besucher genießen die Abgeschiedenheit und die Stille. In Knut Kupschs Nordic Camp geht es aber bisweilen ziemlich laut zu. Beispielsweise am vergangenen Wochenende, als ein Workshop zum Thema "Blockhausbau" stattfand. Kupsch zeigte Besuchern von Freitag bis Sonntag zusammen mit zwei berufsmäßigen Blockhausbauern aus Bad Düben, worauf es ankommt. So wurde die winterliche Idylle im Nordic Camp durch das Kreischen von Kettensägen und anderen Geräten zunichte gemacht, als ein knappes Dutzend Workshopteilnehmer sich als Blockhausbauer versuchte.

Zu ihnen gehörte Gerhard Pfannkuchen, der die Reise ins Vogtland extra aus Thüringen angetreten ist. Der Traum vom eigenen Blockaus ist es jedoch nicht, was den pensionierten Lehrer ins Nordic Camp lockte. "Mich reizt die Arbeit mit dem Holz, mitten in der Natur und dazu das Kennenlernen neuer Menschen, das ist absolut entspannend und ein einziger Genuss."

Für Ronny Pommer aus Neustadt hatte das Vorbeischauen praktische Gründe: "Holz begleitet mich mein ganzes Leben und meine ganze Familie. Mein Vater hat im Sägewerk gearbeitet und mein Opa war Forstwirt." Bei einem solchen Stammbaum verwundert es kaum, dass Pommer selbst das Tischlerhandwerk erlernt hat. Nach den Gründen für seine Teilnahme gefragt erklärte er: "Eine Sauna habe ich mir schon selber gebaut und als nächstes plane ich eine Hütte für den Garten, und zwar im Blockhausstil."

Extra für das Wochenende machte sich auch Bernd Voigt aus Zschorlau auf den Weg nach Grünbach. Der Erzgebirger fertigt berufsmäßig Holzskulpturen und zeigte in Grünbach dem Publikum sein Können an der Kettensäge. Dass die Besucher selber Hand anlegen und sich als Holzkünstler probieren konnten, kam besonders gut.

Mit Kursen zu den Themen Blockhaus und Schnitzereien soll es nach der Auffassung von Camp-Chef Kupsch nicht getan sein. "2017 werden wir ein Gehege für vier bis fünf Rentiere auf dem Gelände eröffnen. Außerdem wollen wir unter anderem das Angeln an unseren drei Seen für die Gäste ermöglichen." Auch ein Kettensägen-Schnitzkurs sei schon fest eingeplant, diesmal jedoch speziell für Frauen unter dem Titel "Schnitz dir deinen Mann selbst".

www.nordic-camp.de.

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