Entwicklungspläne werden gestoppt

In der tschechischen Grenzregion löst sich der Wirtschafts- und Sozialrat der Region Falkenau/ Sokolov auf. Was die Hintergründe sind.

Falkenau/Sokolov.

Die Stadt Falkenau/Sokolov beendet ihre Mitgliedschaft im Wirtschafts- und Sozialrat für die Region Falkenau/Sokolov (HSRS). Das berichtet die Zeitung "Sokolovsky deník". Aufgrund der Tatsache, dass auch das Bergbauunternehmen Sokolovská uhelná seine Mitgliedschaft aufgekündigt hat, werde das Fortbestehen dieser Vereinigung ohne den größten Arbeitgeber in der Region als unproduktiv angesehen, da ein Erreichen der ursprünglich gesetzten Ziele nicht machbar sei, heißt es dazu auf der Homepage der Stadt. Letztlich solle der HSRS seine Tätigkeit sogar komplett einstellen.

Der seit gut zwei Jahrzehnten bestehende Wirtschafts- und Sozialrat ist ein eingetragener Verein mit mehr als zwei Dutzend Mitgliedern - Kommunen, Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Gewerkschaften. Zu den zwölf Städten und Gemeinden, die im HSRS mitarbeiten, gehören auch die Klingenthaler Nachbarkommunen Graslitz/Kraslice und Schwaderbach/Bublava.

Ziel der Vereinigung war es, Initiativen für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Region zu entwickeln und zu koordinieren. Schwerpunkte waren dabei die Anbindung der Region an die Autobahn R6 nach Prag und der Ausbau der Kaiserwald-Bahn Schönwehr/ Krásný Jez - Neusattl/Nové Sedlo.

Der Austritt des Bergbauunternehmens Sokolovská uhelná aus dem Wirtschafts- und Sozialrat steht im Zusammenhang mit der Energiepolitik der tschechischen Regierung. Jährlich fließen demnach Milliarden an Kronen in Form von Gebühren für Emissionszertifikate aus dem Falkenauer Kohlerevier in den Staatshaushalt, ohne dass zumindest ein Teil dieser Mittel an die Region zurückgegeben werde.

Die Region Falkenau/Sokolov gilt als eine strukturell benachteiligte Region mit höherer Arbeitslosigkeit, niedrigem Lebensstandard, schwacher Kaufkraft und schlechter Verkehrsanbindung. Ein baldiges Ende des Bergbaus - voraussichtlich im Zeitraum 2030 bis 2035 - würde die Probleme noch verschärfen.

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