Erdbeben rüttelt viele Menschen im Oberland wach

Beben der Stärke 3,4 könnte Auftakt für neuen Schwarm sein - Epizentrum lag auf tschechischer Seite

Klingenthal.

Erneut hat ein Erdbeben das obere Vogtland erschüttert. Das Beben ereignete sich in der Nacht zu gestern um 1:36 Uhr. Das Geophysikalische Observatorium Collm der Universität Leipzig bestätigte es am Morgen und ordnete es mit einer Stärke von Magnitude 3,4 ein - deutlich im spürbaren Bereich.

Das Epizentrum lag auf tschechischer Seite bei Novy Kostel in etwa zehn Kilometern Tiefe. Es gab auch kleinere Nachbeben. Ob es sich um den Start eines neuen Schwarms oder ein Einzelbeben handelt, könne noch nicht gesagt werden, hieß es aus dem Institut auf Anfrage von "Freie Presse".

Spürbar war das Ruckeln in einem Radius von bis zu 45 Kilometern - also auch bis ins Fichtelgebirge und Westerzgebirge. Im oberen Vogtland, vor allem im Raum Klingenthal, wo das Beben am deutlichsten zu spüren war, riss die Erschütterung viele Menschen sogar aus dem Schlaf. Ein Klingenthaler berichtet, dass vor dem Erdstoß sein Wellensittich unruhig gewesen sei. Kurz vor der Erschütterung sei das Tier dann ganz still gewesen. Auch beim Internet-Portal Erdbebennews, welches die Bebenaktivitäten im Vogtland seit geraumer Zeit verfolgt, sammelten sich in kurzer Zeit Meldungen aus Klingenthal, Steinberg, Werda, Hohendorf, Markneukirchen, Bad Brambach, Schnarrtanne und Theuma zu dem Ereignis. Ein Einwohner aus Schöneck beschreibt ein hörbares Grollen und einen Ruck. Das Gebälk des Dachstuhls seines Hauses habe geknackt und das Bett vibriert. Mit Schäden sei bei Beben dieser Stärke aber nicht zu rechnen, teilte ein Sprecher der Bundesanstalt für Geowissenschaften mit.

Zuletzt hatte im Mai ein Erdbebenschwarm Einwohner der Region zwei Wochen lang regelmäßig um ihren Schlaf gebracht. Schwarmbeben sind im Vogtland eine typische Erscheinung. Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Art von Beben eine Stärke von Magnitude 5,0 nicht überschreiten. (nij)

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