Erkältungszeit ist Hochsaison für Salzgrotten in der Region

Aktuell wird im oberen Vogtland geschnieft und gehustet - manche steuern dann die Einrichtungen an. Warum aber auch viele Stammgäste einen Hauch Ostsee zwischendurch bevorzugen.

Oelsnitz/Bad Elster/Klingen- thal.

Salz für die Gesundheit - viele Menschen schwören darauf, besonders die, die an Atemwegserkrankungen oder Hautproblemen leiden. Doch nicht immer gibt es die Möglichkeit, für eine Kur an die See zu fahren. Eine Alternative hierfür ist eine Salzgrotte. Auch im oberen Vogtland gibt es welche. Und sie sind gerade jetzt besonders beliebt.

Oelsnitz: 14 Prozent Salzanteil. Seit 2016 betreiben die Logopädin Annette Schwarz und der Ofenbauer Marko Körner die Salzheilgrotte Oelsnitz und verbinden Erholung und Gesundheitsprävention. Dabei helfen sollen fünf Tonnen Salz und ein Vernebler, der eine Sole in den Raum bringt, deren Nebel von den Besuchern inhaliert wird. "In der Grotte liegt der Salzanteil bei 14 Prozent", sagt Körner. Von Massen an Salz fehlt im Keller des Wohnhauses des Ehepaares aber jede Spur. Fliesen zieren hier den Boden, weil loses Salz nur einen sehr geringen Effekt habe, erklärt er. Die Salzgrotte läuft erfolgreich. "Wir haben viele Besucher, die regelmäßig zu uns kommen. Die meisten machen das präventiv, um die nächste Erkältung zu verhindern", erzählt Annette Schwarz.

Bad Elster: Viele Kurgäste. Auch in der Kurstadt haben Patienten die Möglichkeit, eine Salzgrotte zu besuchen. "Wir haben besonders viele Kurgäste, aber auch Stammgäste aus der Region", sagt Chefin Katja Renz. Seit 2010 betreibt die 35-Jährige die Salzgrotte am Rosengarten. Hier spielt neben der Entspannung der Besucher die gesundheitliche Prävention eine wichtige Rolle. "Ich habe viele Gäste mit Asthma. Die salzhaltige Luft tut ihnen gut", erzählt Renz. Damit das Klima im Raum salzig wird, wurden nicht nur 20 Tonnen Salz verbaut, sondern auch ein Ultraschallvernebler. Der sprüht bei einer Luftfeuchtigkeit zwischen 75 und 80 Prozent eine fünfprozentige Sole in den Raum. Das ersetzt den Inhalator daheim. Ein besonderes Angebot hat die Chefin für die Kleinen: "Wir bieten auch Sitzungen für Kinder an. Die können dann ungezwungen spielen, während sie die Luft inhalieren." Erwachsene können dann in eigener Sitzung bei Entspannungsmusik die Luft genießen.

Klingenthal: Himalaya-Salz. Auch in Klingenthal sorgt Kornelia Sicker in ihrer Salzgrotte am Grünen Baum seit 2011 für Ostsee-Atmosphäre. Die Idee, dem Job in der Apotheke den Rücken zu kehren und eine Salzgrotte zu eröffnen, kam durch ihren Sohn, der an Asthma leidet. "Ich habe mit ihm eine Salzgrotte besucht und war sofort begeistert. Da wollte ich dann auch eine betreiben", sagt die Chefin.

Für die Klingenthalerin ist die Erkältungszeit Hochsaison. Meist kommen die Leute zu ihr, weil sie etwas Gutes für ihre Gesundheit tun wollen. Das können die Besucher dann bei 21 Grad, 70 bis 80 Prozent Luftfeuchtigkeit und inmitten von 7,5 Tonnen Salz tun. Allein auf dem Boden sind 2,5 Tonnen Himalaya-Salz aus Pakistan verstreut. Zudem wird in jeder der 45-minütigen Sitzung durch einen Ultraschallvernebler eine dreiprozentige Himalaya-Sole im Raum verteilt, der den Inhalationseffekt bei den Besuchern verstärken soll.

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