ES Guss entlässt weitere Mitarbeiter

60 Beschäftigte müssen in Schönheider Werk gehen - Investition geplant

Schönheide.

Es gibt wieder Entlassungen bei ES Automobilguss in Schönheide. Laut IG Metall müssen 60 Mitarbeiter gehen, schrittweise jeweils im Mai, Juni, Juli und September. Damit sinkt die Zahl der Beschäftigten in dem Schönheider Traditionsbetrieb auf reichlich 100. Vor zwei Jahren waren es noch 360.

Für Benjamin Wowra von der IG Metall in Zwickau ist das ein "weiteres trauriges Kapitel" in der Auseinandersetzung der Prevent-Gruppe mit dem Konzern VW. Der auf Temperguss spezialisierte Schönheider Betrieb hatte Ausgleichsgetriebegehäuse für Autohersteller in großen Serien gefertigt. VW war einer der bedeutendsten Abnehmer. Mit dem war es zu Auseinandersetzungen um Liefermodalitäten gekommen. Volkswagen kündigte im März 2018 kurzfristig seine Verträge mit ES Guss. Prevent hatte mit einem Lieferboykott zuvor die Bänder bei VW zum Stillstand gebracht.


Seit dem Streit mit dem Autokonzern werden in Schönheide nur noch die Reste alter Aufträge abgearbeitet. Wowra ist sich sicher: "ES Guss bekommt nicht mehr den Fuß in die Tür zum Automotive-Markt."

Um sich von diesem Markt unabhängiger zu machen, will die Prevent-Gruppe zehn Millionen Euro in neue Technik am Standort Schönheide investieren. Herzstück der Anlagen ist ein neuer Tiegelschmelzofen. Damit setze man "die Anstrengungen, neue Kunden jenseits der Automobilbranche zu gewinnen, unvermindert fort", heißt es vom Unternehmens-Sprecher Volker Siegert. Der Ofen soll im August in Betrieb genommen werden. (ike)

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