Experte: Vögel ganzjährig füttern

Auch im Sommer würden den Gefiederten natürliche Futterquellen fehlen, sagt der Ornithologe Michael Thoß und widerspricht damit einer Empfehlung des Bundes für Umwelt- und Naturschutz.

Auerbach.

Wer in seinem Garten oder auf dem Balkon eine Vogelfutterstelle hat, der sollte unbedingt ganzjährig für Futternachschub in diesem sorgen: Mit dieser Empfehlung wendet sich der Auerbacher Ornithologe Michael Thoß an die Öffentlichkeit. Damit reagiert er auf eine anders lautende Empfehlung des Bundes für Umwelt- und Naturschutz. Dessen hessischer Landesverband propagiert aktuell bundesweit, nur bei starkem Frost oder dauerhaft geschlossener Schneedecke Vögel draußen zu füttern.

Diese Ansicht sei schon seit Jahren überholt beziehungsweise wissenschaftlich widerlegt, entgegnet Michael Thoß der als ehrenamtlich bestellter Naturschutzhelfer für den Vogtlandkreis tätig ist. Thoß verweist dabei auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse von Peter Berthold, Professor der Ornithologie, der viele Jahre die Vogelwarte Radolfzell, eine Zweigstelle des Max-Planck-Instituts für Ornithologie geleitet hat.

Insbesondere in der Brutzeit im Frühjahr würden natürliche Futterquellen nicht ausreichen. Michael Thoß begründet dies mit der dramatischen Entwicklung beim Insektensterben, was wiederum zur Dezimierung bei den Gefiederten führe. Wichtig sei seiner Meinung nach zudem, die unterschiedlichen Bedürfnisse einzelner Arten zu bedienen. Meise, Buntspecht und Kleiber oder Finken beispielsweise seien Körnerfresser; Amsel und Rotkehlchen wiederum Weichfutterfresser. Sie bevorzugten unter anderem Fettfutter oder Haferflocken.


11. Stunde der Wintervögel vom 8. bis 10. Januar 2021

Vögel beobachten und zählen: Das steht hinter der bundesweiten Aktion Stunde der Wintervögel, die vom Freitag, 8. Januar bis Sonntag, 10. Januar 2021 zum elften Mal stattfindet. Dazu rufen der Naturschutzbund Deutschland und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz auf. Teilnehmer sollen eine Stunde lang Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park beobachten und die Höchstzahl der jeweiligen Vogelart notieren. Im Januar 2019 meldeten 143.000 Beobachter bundesweit 3,6 Millionen Vögel. (hagr)

www.stundederwintervoegel.de

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