Felssturz: Loreley-Wanderweg gesperrt

Pöhls Bürgermeisterin warnt Unvorsichtige, die die Absperrungen ignorieren. Ungewiss sind die Kosten einer Sicherung.

Pöhl.

Der Aussichtsfelsen Loreley im Triebtal nahe Jocketa gilt als einer der romantischsten Orte des Vogtlandes. Seit kurzem ist er jedoch unerreichbar. Die Gemeindeverwaltung Pöhl hat den steilen und schon unter normalen Bedingungen nicht ungefährlichen Wanderweg von Jocketa und vom Triebtal aus gesperrt. Der Grund: Steinschlag.

"Kurz vor der 600-Jahr-Feier Jocketas haben wir die Nachricht erhalten", sagt Bürgermeisterin Daniela Hommel-Kreißl (FDP). Wegewarte und Helfer haben immer im Blick, was sich im Wegenetz der Talsperrengemeinde tut. Bei Inaugenscheinnahme zeigte sich, dass massive Brocken abgebrochen und auf den steilen Weg und die Treppen gefallen und talwärts gestürzt sind.

Die Folgen und die Risikoabschätzung sind nun nicht einfach. Die Gemeindeverwaltung muss daher Fachleute vom Sächsischen Oberbergamt in Freiberg hinzuziehen. Dann wird sich zeigen, ob ein gefahrloses Begehen des Wanderweges ohne weiteres möglich ist oder ob Sicherungsarbeiten erforderlich sind. "Dann steht auch die Frage: Können wir uns das als Gemeinde überhaupt leisten?", blickt Daniela Hommel-Kreißl voraus. Derlei Arbeiten erfordern spezielle Qualifikationen und sind in aller Regel kostspielig. Pöhl indes verfügt als kleine Kommune ohnehin nur über beschränkte Mittel. Zudem hat Pöhl für dieses Jahr auch keinen bestätigten Haushalt und wird ihn auch nicht mehr hinbekommen.

Was der Bürgermeisterin Sorgen bereitet: Die Absperrungen werden nicht von allen ernst genommen. "Die Leute umgehen die Absperrungen, klettern darüber oder waten sogar durch die Trieb", berichtet Daniela Hommel-Kreißl. Sie appelliert an alle, den Unfug doch bitte zu unterlassen. Denn niemand kann gegenwärtig die Risiken einigermaßen zuverlässig einschätzen.

Bekannt ist unter dem Begriff Loreley zuerst ein Schieferfelsen im Oberen Mittelrheintal bei Sankt Goarshausen in Rheinland-Pfalz. Der dortige Loreley-Felsen gehört sogar zum Unesco-Welterbe.

Doch auch von der Loreley auf Pöhler Gemeindegebiet aus hat man tolle Sicht auf das von der Talsperre Pöhl abfließende Flüsschen Trieb im Triebtal, auf die Elstertalbrücke, auf den Julius-Mosen-Turm und auf den Eisenberg mit dem Aussichtspunkt Friedenshöhe. Die Elstertalbrücke verdeutlicht und verstärkt wiederum den Wert des Aussichtspunktes. Sie ist nach ihrer großen Schwester, der Netzschkauer Göltzschtalbrücke, die zweitgrößte Ziegelsteinbrücke der Welt. Allein ihre Maße beeindrucken: 68 Meter Höhe und 279 Meter Länge.

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