Fest-Wandern in Klingenthal: 100 Kilometer oder mit Musik

Sport und Musik - die Stadt hat ihre Trümpfe ausgespielt: Von Freitag bis Sonntag stand das Stadtfest im Zeichen des Jubiläums 100 Jahre Stadtrecht. Extra dafür gab es einen besonderen "Kanten".

Klingenthal.

Wer im Stillen gedacht hatte, dass sie platt wie die Flundern ins Ziel kommen, für den galt der Spruch "Irren ist menschlich" Zugegeben: Die müden Stellen im Gesicht von Uwe Hohmann Jens Felka, Markus Körner und Martin Gläser waren nicht zu übersehen, aber davon einmal abgesehen hatte es nicht den Anschein, als würden sie gleich ins Bett fallen wollen. "Habt ihr uns noch ein Stück Kuchen übriggelassen? Und ein Käffchen wäre jetzt auch nicht schlecht", frotzelte Uwe Hohmann, als er und die drei anderen Tippelbrüder mit viel Beifall und Schulterklopfen am Samstag exakt um 16.45 Uhr wieder auf dem Marktplatz eintrafen. Tags zuvor um 18 Uhr waren sie dort zu acht auch gestartet und hatten eine Mammuttour in Angriff genommen: 100 Kilometer. Noch nie gab es das bisher in Klingenthal!

Die Idee dafür hatte Uwe Hohmann 2017: "Damals begannen die Vorbereitungen auf unser Jubiläum 100 Jahre Stadtrecht - da passte eine solche Wanderung genau ins Programm." Eine Idee ist schön und gut, bleibt aber eine Seifenblase, wenn sie nicht realisiert wird. In Peter Meisel, den Vorsitzenden des Klingenthaler Wandersportvereins, fand Uwe Hohmann einen gleichgesinnten "Verrückten", ohne den, seine Mitstreiter im Verein und die Wanderfreunde aus Sokolov/Falkenau der 100-er nicht hätte zustandekommen können.


Schon die erste Etappe über 50 Kilometer hinein ins Tschechische - in der Nacht per Kopflampe und GPS - hatte es in sich, wie Lokalmatador Uwe Hohmann eingestand: "Zwischen Oloví und Jindrichovice war der Anstieg ein Hammer." Nicht weniger zu knabbern hatten die wackeren Wanderer auf dem zweiten Abschnitt, der über den Höhensteig führte: "Der Anstieg zwischen Ferienhotel Zwotatal und Hoher Brand wollte einfach nicht enden."

Egal am Ende und nach sage und schreibe 2688 Höhenmetern: Geschafft war geschafft, auch wenn es bei diesem oder jenem zwischendurch immer mal einen Hänger gab. Jens Felka aus Wernesgrün bildete mit Uwe Hohmann ein Wandergespann: "Nach ungefähr 60 Kilometern ging es ihm nicht so gut, nach 80 Kilometern mir. Aber wir sind gemeinsam schon andere 100-er gewandert und haben uns auch diesmal wieder gegenseitig aufgebaut. Eigentlich war dieser 100-er gar nicht schlimm. Sogar in der Nacht hatte ich noch kurze Hosen und T-Shirt an." Uwe Hohmann, Jens Felka, Martin Gläser aus Klingenthal oder der Dresdener Markus Körner - "Ich stamme aber aus Klingenthal und da war für mich diese Jubiläums-Wanderung eine Ehrensache!" - waren sich darin einig, dass "der Kanten" bestens organisiert wurde.

Zweifelsohne bedeutete der 100-er den Höhepunkt der 36. Klingenthaler Wanderung, aber die anderen acht Strecken und die insgesamt 363 Teilnehmer verblassten dagegen auch nicht. Die Familienwanderung über neun Kilometer beispielsweise oder die Tour unter dem Motto "Frische Luft und fröhliche Lieder" mit dem Sänger Marcus M. Doering. Weil ihn eine üble Schleimbeutelentzündung plagte, hätte er fast nicht mitwandern können, aber er biss tapfer die Zähne zusammen. Immer wieder zwischendurch und vor allem bei der Picknickpause an dem legendären Gasthaus "Kamerum" stimmten er und die Wanderer Weisen zur kollektiven Aufmunterung an, was bei allen ausgesprochen gut ankam.

Seine Trumpfkarte Sport spielte Klingenthal am Samstagnachmittag beim Miniskifliegen auf der - noch namenlosen! - Schanze am Rathaus aus. Eigens für den Wettbewerb war sie von Mitgliedern des VSC neu hergerichtet worden. Viele Schaulustige verfolgten das Springen des Nachwuchses und belohnten die Leistungen der möglichen Meister von morgen mit Beifall. Die Ergebnisse - wie auch die der Minikombination und des Schnupperlaufes - sind unter www.klingenthal.de/vsc nachzulesen. Für die typisch musikalische Klingenthal-Note sorgten beim Familiennachmittag unter anderem die Kita "Kids & C.", das Akkordeonorchester, die Kleinen Harmonisten, die Mundharmonika-Spatzen zusammen mit den Mundharmonika-Uhus und das Stadtorchester.

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