Fete stärkt Gemeinschaftsgeist

Die Gemeinde Bösenbrunn und ihre Ortschaften haben am Wochenende ihren 25. Geburtstag groß gefeiert. Kochten bisher einige ihr eigenes Süppchen, so packten für die große Sause diesmal alle gemeinsam an.

Bösenbrunn.

Das, was sich am Wochenende auf dem Gelände des Rittergutes in Bösenbrunn abspielte, hatte mit Sicherheit Seltenheitswert. Denn dass die Bürger aus den Orten der Gemeinde sich zu einem gemeinsamen Fest versammeln, kam bisher nicht so häufig vor. Doch das 25-jährige Bestehen der Gemeinde mit ihren vier Kernorten Bobenneukirchen, Bösenbrunn, Ottengrün und Schönbrunn ließ alle etwas enger zusammenrücken.

Das galt im Vorfeld als nicht selbstverständlich, denn zunächst mussten die finanzielle Abwicklung gesichert und ein Festprogramm aus der Taufe gehoben werden, welches die Bürger auch annehmen. Dazu hatte Andrea Lubowietzki aus Ottengrün im Januar vergangenen Jahres ein zehnköpfiges Festkomitee gegründet. Zusammen mit engagierten Mitgliedern aus Vereinen der jeweiligen Ortschaften hat sie sich einen Schlachtplan ausgedacht. Laut Lubowietzki gibt es in der Gemeinde 20 Vereine und Gruppierungen, in denen sich viele Menschen ehrenamtlich engagieren. Jetzt packten alle gemeinsam an: Am Wochenende waren die Helfer voll in den Ablauf der Jubiläumsveranstaltung mit eingebunden, standen unter anderem am Grill und verkauften Getränke.

Auch beim Aufbau des Festzeltes und bei der Gestaltung des Festgeländes packten rund 30 Helfer mit an. "Das kommt nicht alle Tage vor", sagt Andrea Lubowietzki.

Auch Patrick Neumerkel aus Schönbrunn freut sich, dass die Zusammenarbeit zischen den Ortschaften besser funktioniert als früher. "Wir haben im Gemeinderat Vertreter aus jedem Ort an einem Tisch sitzen, das ist ein gutes Zeichen. Auch die jungen Leute bringen sich mehr ein. Von ihnen gibt es nicht mehr so viele in der Gemeinde. Die wenigen, die etwas bewegen wollen, haben begriffen, dass es ohne die Hilfe von anderen nicht mehr geht. Sie machen zwischen den Ortschaften keine Unterschiede mehr", so Neumerkel.

Die Engagierten, die sich für das Jubiläumsfest ins Zeug gelegt haben, wurden belohnt. Zahlreiche Besucher säumten am Wochenende das Festgelände. Einer der interessantesten Programmpunkte war ein geschichtlicher Abriss von Ronny Hager aus Bösenbrunn zum 25-Jährigen Gemeindebestehen. Aus seinen Vortrag ging Folgendes hervor: Der Zusammenschluss der Gemeinde Bösenbrunn erfolgte am 3. Februar 1994. Sie verzeichnet vier Orte und sieben Ortschaften mit 1180 Einwohnern. Laut Ronny Hager war das, was vor 25 Jahren entstanden ist, keine Liebesheirat, vielmehr eine Vernunftehe. Meinungen gingen auseinander, es wurde gestritten und sich wieder zusammengerauft. Geprägt habe die Gemeinde unter anderem der ständige Kampf um den Erhalt der Schule in Bobenneukirchen, die 2013 geschlossen wurde und vor drei Jahren unter Trägerschaft des evangelischen Schulvereins Futurum wiedereröffnet wurde. Auch die Frage nach der Zukunft des ehemaligen Verwaltungssitzes, das Rittergut in Bösenbrunn, zog sich wie ein roter Faden durch die Jahre. Heute wird den Räumlichkeiten Leben durch verschiedene Ausstellungen eingehaucht.

Das Jubiläumsfest bestach durch viele interessante Programmpunkte. Die Vereine stellten sich vor, es gab eine Fackelwanderung mit Kindern und sportlichen Darbietungen, zum Beispiel von der Trampolin-Fitnessgruppe aus Weischlitz. Konzerte der Schalmeienkapelle Wernitzgrün und der Musikgruppe Prinzenberger sorgten genauso für Stimmung wie Sängerin Silke Fischer und Moderator Christian Gebhardt. Auch Bürgermeister Berthold Valentin (Action gemeinsame Liste Bösenbrunn) bestach durch seinen Gesang im Männerchor Bobenneukirchen. Die Sparkasse Vogtland überreichte der Gemeinde zum Geburtstag einen Scheck von 250 Euro für die Kinder und Jugendarbeit.

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