Feuerwehr Muldenhammer plant den Generationswechsel

Für die nächsten fünf Jahre steht die Gemeindewehrleitung. In dieser Zeit sollen Weichen für die Zukunft gestellt werden.

Muldenhammer.

Seit über 40 Jahren ist der Tannenbergsthaler Stefan Jähn Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Nun wurde er für weitere fünf Jahre zum Gemeindewehrleiter von Muldenhammer gewählt. Ihm zur Seite steht als Stellvertreter mit Felix Walther ein noch junger Mann. Er ist seit 2006 Mitglied der Feuerwehr.

Stefan Jähn machte bei der Bestätigung des Wahlergebnisses durch den Gemeinderat keinen Hehl daraus, dass mit der Wahl von Felix Walther zum stellvertretenden Gemeindewehrleiter ein Generationswechsel eingeleitet werden soll.

Die Wahl der Gemeindewehrleitung fand wegen der Coronapandemie erstmals per Briefwahl statt. Von 159 Wahlberechtigten gaben 133 ihre Stimme ab. "Eine solche Zahl hätten wir bei einer Jahreshauptversammlung nicht erreicht", ist Stefan Jähn überzeugt. Als Gemeindewehrleiter wurde er mit 95 Stimmen wiedergewählt. 18 Stimmen entfielen auf Daniel Schüler, vier auf Uwe Egerland und drei auf Felix Walther. 13 Stimmzettel waren ungültig.

Für die stellvertretenden Gemeindewehrleiter gab es mit Felix Walther und Daniel Schüler zwei Kandidaten. Walter erhielt 86 Stimmen, auf Schüler entfielen 47.

Erstmals gibt es in Muldenhammer eine Beauftragte für die Kinderfeuerwehr. Dafür kandidierte Melanie Gütter, die 131 Stimmen erhielt. Eine Stimme ging an Nicole Teschauer, ein weiterer Stimmzettel war ungültig.

Die Aufgabe von Melanie Gütter als Beauftragte für die Kinderfeuerwehr wird es sein, bei Mädchen und Jungen Interesse für die Feuerwehr zu wecken. Die Idee dazu hatte die Tannenbergsthalerin gemeinsam mit Jennifer Müller von der Ortswehr Tannenbergsthal und Nicole Teschauer von der Ortswehr Rautenkranz entwickelt. Die drei jungen Frauen haben selbst in der Jugendwehr angefangen.

Was steckt genau hinter der Idee? "Wir möchten Mädchen und Jungen ansprechen, die zwischen fünf und acht Jahre alt sind, bei ihnen das Interesse wecken - auf spielerische Weise mit Spaß und Experimenten. Wir wollen kindgerecht das Verhalten im Notfall, Kenntnisse in der Ersten Hilfe und Brandschutz vermitteln", erläutert Melanie Gütter.

Bei Gemeindewehrleiter Stefan Jähn stieß diese Idee von Beginn an auf offene Ohren. "Wenn schon die Kinder lernen, dass es bei der Feuerwehr auf Freundschaft, Kameradschaft, Zusammenhalt und gegenseitigen Respekt ankommt, dann sind das neben dem Beherrschen der Technik Grundlagen, um später in der Jugendwehr und dann bei den Großen in der Feuerwehr mit- machen zu können", ist sein Standpunkt.

Die Feuerwehr in der rund 3000 Einwohner zählenden Gemeinde Muldenhammer war erst im Herbst 2019 ein zentrales Thema im Gemeinderat, als der neue Brandschutzbedarfsplan vorgestellt wurde. Die Sollstärke der Wehr, so erläuterte Gemeindewehrleiter Jähn, liege bei 132 Einsatzkräften, die Ist-Stärke beträgt 120. Bei Einsätzen müssen in den ersten 20 Minuten mindestens 18 Einsatzkräfte vor Ort sein. Wenn die Ortswehr Tannenbergsthal das bereits bestellte Hilfsleistungslöschfahrzeug erhält, wird weniger Personal benötig, die Sollstärke der Wehr wird bei 126 Einsatzkräften liegen.

Problematisch ist die Absicherung der Tageseinsatzbereitschaft an Wochentagen, während sie abends und an den Wochenenden durchweg gewährleistet ist.

Bei Einsätzen zur Brandbekämpfung im Gemeindegebiet haben die Feuerwehrleute aber zunehmend mit dem Problem zu kämpfen, dass das Löschwasser knapp wird. Diese Situation bedeutet bei Einsätzen einen hohen technischen Aufwand, da die Schläuche für die Wasserversorgung oft über lange Strecken verlegt werden müssen. Das Thema war ein Schwerpunkt bei der Vorstellung des Brandschutzkonzeptes.

Eine Problemzone ist laut Jähn das Gewerbegebiet am Rißbrücker Weg im Ortsteil Hammerbrücke. Eine Alternative für Löschwasserreserven könnte dort der Bau einer Zisterne sein. Dafür braucht es laut Bürgermeister Jürgen Mann (Freie Wähler) Fördermittel. Um die Versorgung mit Löschwasser im Gemeindegebiet zu gewährleisten, sollen auch natürliche Gewässer, wie der Teich in Gottesberg, entschlammt werden, um bei Bedarf als Reserve zur Verfügung zu stehen.

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