Feuerwehr regt Anreiz für Ehrenamt an

Die Gewinnung von mehr Mitgliedern steht auch in Schönbrunn als Ziel. Über den Weg gibt es aber verschiedene Vorstellungen.

Schönbrunn.

In den drei Wehren der Gemeinde Bösenbrunn gibt es derzeit 48 aktive Feuerwehrleute: Je 14 in Schönbrunn und Bösenbrunn, 20 in Bobenneukirchen. "Auf die Mitgliederentwicklung müssen wir in Zukunft unsere ganze Kraft setzen", so Gemeindewehrleiter Rico Steudel zur Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Schönbrunn. Er hob Verbesserungen bei Förderungen durch das Land hervor. "Ich bin der Meinung, dass das nicht ausreichend ist. Die Gemeinde muss Besonderheiten hervorbringen", regte er ermäßigte Kita-Gebühren für Feuerwehrleute an.

Friedhold Fuchs von der Schönbrunner Wehr sprach sich dafür aus, direkt mit Geld zu arbeiten. "Sonst geht nix", befürchtet er - und verwies darauf, wie Vereine um Kinder buhlen. Steudel ist da skeptisch. "Mit Geld kann man keine Kinder kaufen. Sie müssen Spaß und Beschäftigung haben", betont er und erklärte, wie der neue Bobenneukirchener Jugendwart Mario Nävie acht Neuzugänge für die Jugendwehr gewann - er warb im Elternabend an der Schule. Ein Weg, den auch Wolfgang Jahn vom Kreisfeuerwehrverband begrüßt. In der Bevölkerung gebe es oft falsche Vorstellungen zur Freiwilligen Feuerwehr, sagte er - etwa sei oft nicht klar, dass es ein Ehrenamt sei. Eine Themenwoche in der Schule könnte da bei Kindern und Eltern schon früh Aha-Effekte auslösen: "Dann wissen sie, wie der Hase läuft."

In Schönbrunn war die Hauptversammlung vom Meinungsaustausch geprägt. "Wann kriegen wir unser Gerätehaus? Da fängt es an. Wir sitzen in einer Halle", sagte Friedhold Fuchs an die Adresse von Vizebürgermeister Klaus Buschner (Die Linke) gerichtet. In der Feuerwehrgarage ist es eng, die Wehr hat ihre Aufenthaltsräume nebenan im Bürgerhaus. Die Antwort befriedigte Fuchs nicht: Buschner beschrieb detailliert die schlechte Finanzlage der Gemeinde. Diese bestätigte Wehrleiter Kay Jäckel, selbst Gemeinderat. Er will aber darauf drängen, dass die längst beschlossene Verkleidung des Geräteschuppens der Wehr umgehend angebracht wird. In der Bilanz der Wehr 2018 stehen fünf Einsätze, darunter zwei Brände, ein Verkehrsunfall, aber auch die Mithilfe beim Hochwassereinsatz am 24. Mai in Oelsnitz durch Auspumpen von Keller sowie Sandsackfüllen. Neben umfangreicher Ausbildung in Technik wurden gezielt Leute für den Dienst in der Wehr angesprochen, so Jäckel. "Jugend auf dem Lande zu gewinnen ist schwierig", sagte er.

Für 60 Jahre Dienst in der Feuerwehr wurde Siegfried Degenkolb (81) geehrt. Er kam nach fünf Jahren in der Wehr Bobenneukirchen 1964 zur Schönbrunner Wehr, die er von 1971 bis 1991 als Wehrleiter führte. Befördert zum Hauptfeuerwehrmann wurde Aaron Helbig, der auch das Amt des Geräte- und Atemschutzwartes von Michael Erhardt übernahm. Als neuer Kassenwart folgt Mario Lang Kay Jäckel nach.

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