Flächennutzungsplan geht ins Geld

Adorf will das grundlegende Dokument für die Stadtentwicklung fortschreiben. Warum das eine teure Angelegenheit wird.

Adorf.

Die Stadt Adorf wird für die Fortschreibung ihres Flächennutzungsplans tief in die eigene Tasche greifen müssen. Der Grund: Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure hat sich geändert, seit Adorf 2012 mit dem umfangreichen Werk für die Stadtentwicklung startete. Gab es vorher Kriterien wie die Zahl der Einwohner, liegt den Honoraren jetzt nur noch die Fläche einer Gemeinde zu Grunde.

Was das für Adorf bedeutet, zeigte Stadtplanerin Heike Windisch auf: "Wir haben mehr als 50 Prozent Waldgebiet. Die Kosten sind enorm nach oben geschnalzt." Würde Adorf den angearbeiteten Plan beim aktuellen Stand abbrechen, hätte die Stadt nicht nur ein veraltetes Dokument - die Überarbeitung nach neuen Honorarsätzen beziffert Windisch auf 200.000 Euro - unterste Stufe, netto, ohne Nebenkosten, ohne Aussicht auf Förderung.

Ein solches Szenario wollten die Abgeordneten im Technischen Ausschuss des Stadtrates nicht. Teuer wird es aber für Adorf so und so - denn neue übergeordnete Planungen müssen ebenso in den Flächennutzungsplan wie alte raus. Letzteres sind unter anderem die Klarstellungssatzungen, mit denen Adorf vor Jahren versuchte, Baugrenzen großzügig zu definieren - was vom Landratsamt gestoppt wurde. "Es müssen neue kleine Satzungen wie am Leitersbergweg rein und es sind Absprachen mit dem Kreis nötig, wo Baugrenzen enden - zum Beispiel am Wolfsgäßchen", so Windisch.

Adorf hatte in den vergangenen Monaten in einer aufwändigen Aktion die Besitzer bebaubarer Grundstücke in Stadt und Ortsteilen angeschrieben. Das geschah nicht, weil Adorf die Flächen kaufen wollte - es ging darum, herauszufinden, ob die Leute generell verkaufsbereit sind. "Eine gewisse Anzahl wäre das, wenn ein Interessent käme", erklärt Bürgermeister Rico Schmidt (SPD).

Die Aktion diente zweierlei: Erstens eine Grundlage für den eigenen Flächennutzungsplan schaffen, zweitens Argumente für die Gespräche mit dem Regionalen Planungsverband sammeln, der gern pauschal auf Baulücken hinweist. Aktuell sieht es eher nicht danach aus, dass die Stadt größere neue Bebauungsgebiete ausweisen wird, so der Tenor im Technischen Ausschuss.

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