Freilichtmuseum Landwüst: Chef bricht zu neuen Ufern auf

Tobias U. Müller verlässt nach neun Jahren das obere Vogtland. Dank neuer Arbeit in Freiberg kann er nun jeden Abend bei Frau und drei Kindern sein.

Landwüst.

Täglich daheim statt der Wochenend-Papa sein: Tobias U, Müller, neun Jahre Leiter des Vogtländischen Freilichtmuseums Landwüst, zieht seiner Familie nach. Am Mittwoch hatte der 42-jährige, aus Weischlitz stammende Familienvater seinen letzten Arbeitstag im oberen Vogtland, am 1. Februar fängt er als Kurator am Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg an. Von hier aus sind es täglich gut 40 Minuten nach Pesterwitz bei Freital, wo Müller mit seiner Frau und den drei Kindern im Alter von ein bis sieben Jahren lebt. Eine Entscheidung für die Familie, die länger gereift ist, so Müller.

Dann ging alles viel schneller als gedacht: Mitte Dezember kam die Zusage, eigentlich hätte es in Freiberg schon am 1. Januar losgehen sollen. Doch selbst mit einer kleinen Verschiebung ist eine richtige Übergabe schwierig. Doch die kommissarische Leiterin der Landwüster Einrichtung kommt an ein Haus, welches sie gut kennt: Ina Skerswetat, lange Zeit Chefin in Landwüst und danach in gleicher Position im Vogtländischen Freilichtmuseum Eubabrunn tätig, übernimmt übergangsweise. Müllers Nachfolger soll möglichst schon am 1. März starten - die Bewerbungsfrist für den Chefposten läuft bis zum 15. Februar.

Mit dem Vollzug der Fusion der Freilichtmuseen Landwüst und Eubabrunn unter dem Dach der Vogtland Kultur GmbH habe sein Weggang nichts zu tun, betont Tobias U. Müller. Sein kurzzeitiger Chef, der neue GmbH-Geschäftsführer Helmut Meißner, hatte am Mittwochnachmittag schon eine kleine Träne im Knopfloch, als er Müller verabschiedete. "Er wird uns sehr fehlen, wir bedauern, dass er geht. Es wird nicht einfach, Herrn Müller zu ersetzen, schon wegen der relativen Kurzfristigkeit. Herr Müller hat sich einen sehr guten Namen gemacht - persönlich und für die Einrichtung", sagt Meißner. Bei der Suche nach dem Nachfolger will er sich aber nicht unter Zeitdruck setzen lassen. Das Motto: Lieber noch etwas länger nach dem und der Richtigen suchen, als den Schnellschuss wagen.

Den Chef raushängen lassen, das konnte und wollte Müller nicht. Er startete im Februar 2010 in einer schwierigen Zeit für das Museum, mit heißen Diskussionen, wie es weitergehen soll. Müllers ruhige Art hat Anja Lorenz, Mitarbeiterin der Geschäftsführung und Leiterin Finanz- und Lohnbuchhaltung/ Controlling der GmbH, an dessen Vater erinnert - den langjährigen Weischlitzer Bürgermeister Uwe Müller. Sachlich, kompetent, Akzente gesetzt - diese Worte fielen an Müllers letztem Arbeitstag in Landwüst häufiger. "In Zusammenarbeit lässt sich viel erreichen", wollte der scheidende Chef die Blumen nicht allein für sich. Die Rahmenbedingungen waren nicht einfach, betonte Meißner: Das Budget begrenzt, die Personaldecke lange sehr dünn, dazu die Verantwortung für historische Gebäude, an denen sich nichts einfach mal so reparieren lässt. "Für das, wie das Herr Müller gemacht hat, habe ich ein vogtländisches Wort gelernt: Das war fischelant."

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