Fronfeste braucht dringend Geld

Beim Ausbau des früheren Stadtgefängnisses in Adorf gehen nicht alle Träume auf. Was bereits erreicht ist und was nun folgen soll.

Adorf.

Zappenduster sieht es im alten Adorfer Gefängnis Fronfeste aus, was die Wunschvorstellung eines EU-geförderten Kulturzentrums Adorf/Asch angeht. Mit der Idee bekamen die Partnerstädte im ersten Anlauf kein Geld. Bei den Nachrückern, die nach Euros aus dem Großprojektefonds lechzen, rangiert das Vorhaben weit hinten. Das ist gar nicht nach dem Geschmack von Bürgermeister Rico Schmidt (SPD) und Kay Burmeister, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Adorf - der Vermieter ist Eigentümer des Denkmals. Das Duo lud die Abgeordneten Yvonne Magwas (Bundestag) und Andreas Heinz (Landtag, beide CDU) ins Haus ein, um bei einer Lösung mitzuhelfen. Die Adorfer liebäugeln mit Denkmalschutzgeld von Bund und Land.

Aus diesem Topf gab es bereits Mittel für die Fronfeste. Sie wurden dieses Jahr verbaut - der Fördermittelgeber machte Druck. Erledigt ist das Eindecken des Daches mit teils Auswechseln der Balken. Zudem ist durch Injektionen in die Trockenlegung investiert worden. "Das ist kostengünstiger, als die Mauern durchzusägen", so Burmeister. Erneuert ist zudem die betagte Elektrik. Dafür hat die Stadt 25.000 Euro, die sie als Sieger des Wettbewerbs Soziale Stadt abräumte, an den Vermieter weitergegeben. Nächstes Ziel ist, dass das Erdgeschoss nach Ende der Sanierung wieder in Betrieb gehen kann. Hilfe gibt es von den "Freunden des Knastes" - Adorfer haben sich zusammengetan, packen in Eigenleistung an. Die Künstler, die mit Musik, Theater, Film den Veranstaltungsraum mit seinem Gewölbe nutzten, sind hier vorübergehend raus. Hier mit Zuschüssen weiterzubauen, ist das vorrangige Ziel.


Am Grundkonzept als "Haus der Musik" hat sich nichts geändert - verworfen wurde nur der Einzug der Musikschule sowie das Öffnen des Erdgeschosses durch große Fenster Richtung Johannisstraße. Letzteres hätte Burmeister gefallen, doch der Denkmalschutz sagte Nein. In der ersten Etage soll es Büroräume geben, "in Richtung Kreative - es kann aber auch ein Bauplaner sein", so Burmeister. Er liebäugelt mit der Idee, dass sich hier mehrere Interessenten Schreibtisch und Infrastruktur teilen. "Das hatte ich im Erzgebirge gesehen. Da wird das gut angenommen." Das zweite und dritte Obergeschoss soll Wohn- und Probenräume haben - Burmeister kann sich vorstellen, dass ein Musiker, der unten im Haus aufritt, danach oben in einer Gästewohnung nächtigt.

Dabei wollen die Adorfer nicht vergessen, was das Haus eigentlich war. Deshalb soll im Erdgeschoss in der Garderobe eine Gefängniszelle nachgebaut und eingerichtet werden. Die Fronfeste spielte in der 1848-er Revolution im oberen Vogtland eine Rolle. Aus dem Haus türmte mit dem Brambacher Fritz Rödiger einer der prägenden Gestalten dieser Zeit - durch den Schornstein.

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