Gefallenen-Denkmal in Tannenbergsthal wird neu gestaltet

Der Heimatverein nimmt sich der Erneuerung der Anlage vor der Martin Luther-Kirche an. Dabei geraten auch einzelne Schicksale in den Blick.

Tannenbergsthal.

Gerade 21 Jahre alt war der Schuster Kurt Schädlich, als er am 14. Oktober 1916 an der Westfront, im Abschnitt Berny-Denieq, gefallen ist. Er war das jüngste von sieben Kindern von Wilhelmine und Eduard Schädlich in Pech- seifen. Die Schädlichs waren viele Jahre Eigentümer des späteren Gasthofs "Zur Tanne" in Tannenbergsthal und des Gasthofs Untersachsenberg im heutigen Klingenthal.

Das Schicksal von Kurt Schädlich hat der Tannenbergsthaler Unternehmer Jürgen Seidel recherchiert. Er will bei der Neugestaltung des Denkmals für die Gefallenen beider Weltkriege an der Kirche in Tannenbergsthal mehrere Tafeln anbringen, die solch persönliche Schicksale zum Inhalt haben. "Denkmal erleben", nennt er diese Idee. Seidel stellte sie am Donnerstag vor, als der Heimatverein Topas zur Anlaufberatung für die Erneuerung des Denkmals eingeladen hatte. Karla Dunger, Martina Zeißig, Regina Rosenbaum und Bürgermeister Jürgen Mann (Freie Wähler) vom Vorstand des Heimatvereins hatten dazu neben Jürgen Seidel auch Steinmetz Michael Hernes aus Ellefeld eingeladen, der die Arbeiten ausführt.

Der Heimatverein hatte sich für das Vorhaben beim Deutschen Verband für Archäologie um Fördermittel aus dem Programm "Neustart Kultur" beworben und einen Bescheid über 17.401,60 Cent erhalten. Damit wären 90 Prozent der Kosten abgedeckt. Die nötigen zehn Prozent Eigenmittel will der Verein über Spenden abdecken. Mehr als 2000 Euro sind dabei nach den Informationen von Regina Rosenbaum inzwischen eingegangen, darunter allein 1000 von der Sparkasse Vogtland. Am 11. März wird es die nächste Beratung geben, dann direkt beim Denkmal, das derzeit noch vom Schnee bedeckt ist. Auch Pfarrer Michael Goll wird dazu eingeladen.

Am neuen Denkmal soll auch den Gefallenen des Zweiten Weltkriegs gedacht werden. Jürgen Seidel sucht dazu noch nach persönlichen Biografien, um dazu mehrere Tafeln zu Schicksalen wie dem von Kurt Schädlich gestalten zu können. Der Heimatverein wird das über einen Aufruf im Amtsblatt an Einwohner und Zeitzeugen unterstützen. "Ich denke, das war ein gelungener Start für unser Vorhaben", so Vereinsvorsitzende Karla Dunger. Im Herbst will der Heimatverein dann das neue Denkmal einweihen.

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