Geschafft: Geigen sind fertig

Angehende Instrumentenbauer und bildende Künstler arbeiteten in den vergangenen 14 Tagen auf dem Riedelhof in Eubabrunn. Jetzt werden die Ergebnisse gezeigt.

Eubabrunn.

Kann gut sein, dass viele Köche den Brei verderben. Fest steht dagegen, das fünf angehende Geigenbauer unterschiedlicher Nationalität in der Lage sind, im Rahmen eines Workshops gemeinsam ein spielbares Instrument zu bauen. Unter dem Motto "Meine erste Geige" teilten sich Karam Skaf (Syrien), Jungun Lee (Südkorea), Lars Lampen, Renata Teixeira (Brasilien) und Mohammad Shahakaram (Iran) einzelne Arbeitsschritte wie Decke, Zargen und Hals untereinander auf.

"Ich dachte eigentlich zuerst, dass es nicht möglich ist, in so kurzer Zeit ein Instrument zu bauen. Aber es hat geklappt: 240 Stunden geteilt durch fünf - jeder wusste genau, was er zu tun hat", so Dorothea van der Word aus Breitenfeld, die den jungen Geigenbauern als Leiterin des Workshops mit Rat und Tat zur Seite stand. Ihr ist es auch zu danken, dass der Workshop so international besetzt war. Bei einem längeren Aufenthalt in Südafrika lernte sie Lars Lampen und bei anderen Gelegenheiten die anderen Instrumentenbauer kennen. "Der Workshop in Eubabrunn hat sich bei ihnen herumgesprochen."


Während die fünf Instrumentenbauer in der Scheune des Riedelhofes Seite an Seite sägten, schnitzten und schliffen, hatten fünf Holzbildhauer auf dem Außengelände alle Hände voll zu tun, um Skulpturen zu schaffen, die unmittelbar verbunden sind mit dem Thema "Musik". Albrecht Fersch aus Deutschland höhlte einen Stamm aus, versah ihn an der Außenseite mit verschieden geformten und langen Metallstäben, die angeschlagen werden und Töne erzeugen. Verständlich also, dass er seine Skulptur "Klangeinbaum" genannt hat. Tibor Farkas aus Ungarn entschied sich für eine überdimensionale Geige, während Donald Buglass aus Neuseeland sich in die griechische Mythologie begab: Er schuf Satyr, ein Mischwesen aus Mensch und Ziegenbock, in Verbindung mit einem Zupfinstrument.

Dass das Zusammenspiel von Instrumentenbau und Bildnerischer Kunst ausgerechnet in den letzten 14 Tagen auf dem Riedelhof terminiert und auch hautnah zu erleben war, kam nicht von ungefähr. Das erstmals vom Landschaftspflegeverband "Oberes Vogtland" organisierte Symposium ist - wie der Geschäftsführer Roderich Wohlgemuth sagte - in Zusammenhang zu sehen mit dem 54. Internationalen Instrumentalwettbewerb, der derzeit in Markneukirchen stattfindet.

Am morgigen Sonntag, 15 Uhr erfolgt auf dem Riedelhof in Eubabrunn die Präsentation der Geige und der künstlerischen Arbeiten. 17 Uhr tritt das Ensemble Hot Club d'Allemagne beim Abschlusskonzert auf.

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