Gesprengte Ladesäule: Belohnung ausgesetzt

Die Stadtwerke Oelsnitz bieten 500 Euro zur Ergreifung der Täter. An der neuen Ladesäule wird das Tanken von E-Autos nicht mehr kostenlos sein.

Oelsnitz.

Das neue Jahr hat in Oelsnitz mit schlechten Nachrichten begonnen. Mit Sicherheit nicht so, was OB Mario Horn (CDU) in seinem Neujahrsgruß mit "Möge das Jahr 2021 geräuschvoller sein" formulierte: Zum einen bewarfen sich in der Silvesternacht 30 Personen auf der Rosa-Luxemburg-Straße gegenseitig mit Böllern, zum anderen jagten Unbekannte auf dem Parkplatz des Rewe-Marktes an der Alten Bahnhofstraße die Elektroauto-Ladesäule der Stadtwerke Oelsnitz in die Luft. "Was sind das bloß für Experten", schimpfte Stadtwerke-Chefin Ines Puhan am Montag gegenüber "Freie Presse", nachdem sie Bilder von der zerstörten Säule gesehen hatte. Die Stadtwerke setzen eine Belohnung von 500 Euro für Hinweise zur Ergreifung der Täter aus. Der Schaden ist ungleich höher. "Gekostet hat die Ladesäule eine knapp fünfstellige Summe. Dazu kommt noch die Installation", sagt Puhan. Die Stadtwerke haben bereits entschieden, dass es auf dem Parkplatz wieder eine Ladesäule geben wird. Aber das Auftanken von Elektroautos wird hier künftig nicht mehr kostenlos sein, anders als bei den Stadtwerke-Säulen am Lokalfilet, dem Parkplatz von Schloss Voigtsberg und auf dem Betriebsgelände am Boxbachweg. "Wir prüfen derzeit, welches Bezahlsystem wir wählen", machte die Stadtwerke-Geschäftsführerin deutlich, dass die Verursacher der Sprengung der E-Mobilität in der Region damit einen Bärendienst erwiesen haben.

Besonders bitter: In wenigen Tagen sollte die zuvor wegen Vandalismus sechs Wochen lang stillgelegte Säule wieder in Betrieb genommen werden. Das für den Betrieb benötigte Ersatzteil kam kurz vor Weihnachten. Diese Woche sollte mit der beauftragten Firma ein Einbautermin ausgemacht werden, berichtet Ines Puhan. Das ist nun alles hinfällig. Die Säule wurde so stark zerstört, dass nichts mehr zu retten ist. Ein Akt, für den die Stadtwerke-Chefin keine Erklärung hat und erst recht kein Verständnis aufbringen kann.

Die Sprengung der Ladesäule lässt Erinnerungen an eine Detonation fast an gleicher Stelle vor vier Jahren wach werden. Damals wurde mit Pyrotechnik - die Polizei sprach von einer Kugelbombe - kurz vor Silvester, nämlich in der Nacht zum 28. Dezember ein Stromverteilerkasten zerfetzt. Durch die Böller-Attacke war es zum Stromausfall im Rewe-Markt nebenan gekommen - Kühltruhen versagten den Dienst, Ware musste weggeworfen werden. In sozialen Netzwerken wurde die Höhe des entstandenen Schadens mit 65.000 bis 70.000 Euro beziffert. Rewe selbst wollte die Schadenshöhe nicht kommunizieren.

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