Getöteter Hund: Geldstrafe

Der Fall des erschossenen Meddox hat nicht nur Tierschützer erregt. Gestern verurteilte das Gericht in Auerbach einen 62-Jährigen. Die Tat bestritt er bis zuletzt.

Von Ulrike Abraham

Sie ist froh, sagte Anett Irion, dass unter dem Tod ihres Hundes Meddox endlich ein Schlussstrich steht. Im September 2016 war der Schäferhundmischling vom Grundstück der Irions in Kottengrün ausgerissen. Tage später wurde er tot aufgefunden: verblutet, mit einer Kugel in der Hüfte. Als Täter angeklagt war der Besitzer eines Wildgeheges am Rand von Kottengrün. Das Amtsgericht Auerbach sah seine Schuld als erwiesen an und verurteilte ihn gestern zu einer Geldstrafe. Doch die Tat bestritt der 62-jährige Vogtländer bis zuletzt.

Augenzeugen gab es zwar nicht, sagte Richter Helmut Böhmer in seiner Urteilsbegründung. Dennoch: Zweifel daran, dass es der Angeklagte war, der auf Meddox geschossen hat, gebe es auch nicht. Der 62-Jährige ist als Hundehasser in Verruf geraten. Schon 2013 kam es deswegen zur Aussprache mit Bürgermeister und Ordnungsamt: Der Mann hatte zuvor mit seinem Gewehr auf einen freilaufenden Hund gezielt und den Besitzer gewarnt: "Leine deinen Köter an, sonst kannst du ihn heimtragen." Waffen- und Jagderlaubnis hat er außerdem: Der Frührentner verdient etwas Geld mit dem Verkauf von Wildbret, das er in seinem Wildgehege schießt.

Dass er es nicht gern sieht, wenn Hundehalter dort ihre Vierbeiner frei laufen lassen, ist auch der Hauptzeugin bekannt. Die 42-Jährige wohnt ein paar hundert Meter entfernt vom Wildgehege. Mit ihren vier Hunden gehe sie deswegen nicht dort vorbei, sagte sie gestern vor Gericht. Auch an jenem Septembernachmittag nicht. Doch einer der vier riss beim Spazierengehen aus - Richtung Wildgatter. Und von dort hörte sie wenig später einen Schuss.

Der Schuss am Wildgehege galt Anett Irions Meddox. Am Tatort wurde später ein Blutfleck gefunden, der eindeutig von ihm stammte. Der Angeklagte habe den angeschossenen Hund mit dem Geländewagen in ein Waldstück gefahren und dort neben dem Weg abgeladen. Dann fuhr er zurück zum Gehege, neben dem er auch wohnt.

An diesem Ablauf gebe es keine Zweifel, betonte Richter Böhmer nochmals. Er verurteilte den 62-Jährigen zu einer Geldstrafe zu 80 Tagessätzen von je 19 Euro, insgesamt also 1520 Euro. Legt er dagegen keinen Widerspruch ein, wird das Urteil rechtskräftig.

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