Gitarre rückt ins Rampenlicht

Nach zehn Jahren gibt's ab dem heutigen Donnerstag wieder eine Konkurrenz für das Zupfinstrument in Markneukirchen. Gitarrenbauer Mario Gropp freut das: Die Aufmerksamkeit sei dringend nötig.

Breitenfeld.

Ein lange erwartetes Fest beginnt für Zupfinstrumentenmachermeister Mario Gropp aus Breitenfeld: Erstmals seit 2009 ist die Gitarre wieder beim Internationalen Instrumentalwettbewerb Markneukirchen dabei. "Das ist ganz schön lang. Es gibt viele Wettbewerbe, aber nicht auf so hohem Niveau", sagt der 52-Jährige, der möglichst alle vier Runden mit den Teilnehmern besuchen will. Gerade auch, weil die Gitarristen ihre Auswahlprüfungen diesmal in der Villa Merz abhalten. "Ein repräsentatives Gebäude, ein Raum mit gutem Klang - das finde ich gut", sagt Gropp. Er hofft, Gitarristen wieder zusehen, denen er vom Markneukirchner Wettbewerb vorschwärmte und die sich für die Konkurrenz dieses Jahr anmeldeten.

Dass die Gitarre eher als Exot unter den Markneukirchner Wettbewerbsinstrumenten gelten darf, liest sich auch aus den Lebensläufen der Preisträger. Kaum ein im Vogtland erfolgreicher Tubist oder Hornist vergisst hier eine Erwähnung als Markneukirchner Preisträger. Bei der Gitarre ist das eher selten. "Es kann ja auch keiner zweimal teilnehmen. Es wäre schön, wenn sie jedenfalls regelmäßiger dran käme", verweist Gropp auf den aktuellen Zyklus. Der liegt nicht allein daran, dass weniger Zupf- als Streich- oder erst recht Blasinstrumente beim Wettbewerb an der Reihe sind. Es ist auch darin begründet, wie der Markneukirchner Wettbewerb entstand - es sollten die Instrumente erklingen, die hier auch gebaut werden. Diesen Vorzug will Mario Gropp nicht missen. "Das ist doch eine Supersache. Gerade, wenn andere Instrumente als die eigenen dran sind, ist das eine echte Bereicherung für unsere Leute hier", betont er. Dazu kommt: Markneukirchen ist ein Tummelplatz für Musiker, die von Wettbewerb zu Wettbewerb "tingeln". Vier Runden, angelehnt an den ARD-Musikwettbewerb, dazu ein anspruchsvolles Programm - das ist der Anspruch. Hoffentlich, sagt Gropp, kommt niemand auf die Idee, bei zwei Dutzend Gitarristen oder elf Geigern wie in Vorjahren in Markneukirchen diese Instrumente aus dem Wettbewerb zu kippen. Da haben es Tuba, Horn, Cello oder auch Oboe leichter: Weil für solche Instrumente mit weltweit weniger Wettbewerben das Markneukirchner Teilnehmerfeld "explodierte", gibt es nun die Möglichkeit der Kandidaten-Vorauswahl per CD, die vor Jahren noch eher verpönt war.


Für den Wettbewerb trommelt die Zwei-Mann-Werkstatt auf vielen Ebenen. "Drei Viertel der Fachjury kenn ich persönlich", so Mario Gropp - da macht mancher einen Abstecher nach Breitenfeld. "Die ganze Welt ist Konkurrenz", sagt sein Vater Armin (78), der sich mit der Werkstatt am 1. Mai 1990 selbstständig machte. Er legt deshalb darauf Wert, immer zu schauen, was andere tun. Als Nachteil sehen die Meister die Lage abseits großer Städte, unerreichbar mit Bahn und Flugzeug. "Zu uns zu kommen ist schwer, sowohl zu den Musiktagen als auch überhaupt." Daher haben Gropps sich weltweit sehen lassen - gerade in China, bis heute ein guter Markt für ihre Meisterinstrumente.

Wenn am 18. Mai die Gitarre-Preisträger gekürt werden, wird Mario Gropp einem sein Spitzenmodell La Onda im Wert von 6500 Euro als Preis übergeben. Wer das sein wird, das möchte er in den Auswahlprüfungen selbst heraushören - denn der Breitenfelder will, das seine Gitarre auch zum Spieler passt und als gespieltes Instrument den Ruf des Vogtlands in die Welt hinaus trägt.

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