Gitarre verzückt die Museumsdirektorin

Markneukirchen erhält ein Instrument von Horst Fietz aus dem Jahr 1928. Der Name Fietz hat in der Stadt einen guten Klang.

Markneukirchen.

In fast 40 Jahren am Musikinstrumenten-Museum in Markneukirchen hat Direktorin Heidrun Eichler viel gesehen und erlebt - am Freitagmittag aber strahlten ihre Augen. "Jetzt bin ich doch begeistert. Bisher habe ich sie ja nur auf dem Foto gesehen", streicht die Leiterin behutsam über die Elfenbein-Einlagen einer mehr als 90 Jahre alten Gitarre. Christa Fietz aus Zwickau, die Schwiegertochter des Instrumentenbauers Horst Fietz, hat sie dem Museum übergeben.

Der Name Fietz hat einen guten Klang in der Stadt: Erst als Geigenbauer, dann schuf Horst Fietz Gitarren. Sein Sohn Erhard Fietz hat als Mandolinist, Musikpädagoge und Chef der Gruppe "Mühlfietz" seine Heimat nie vergessen. Seit 2006 ist die original erhaltene Werkstatt von Horst Fietz im Gerber-Hans-Haus zu sehen, weitere Teile sind an die Erlebniswelt Musikinstrumentenbau ausgeliehen. Neben Unterlagen ihres 2007 verstorbenen Mannes hat Christa Fietz dem Museum das vierte Instrument übergeben.


Über das Instrument selbst ist in der Familie wenig bekannt. Lange lag es auf einem Schrank, gespielt wurde es nach der Erinnerung von Christa Fietz nie. Mit dem im Instrument verewigten Jahr 1928 ist es eine sehr frühe Gitarre ihre Schwiegervaters, der von 1908 bis 1980 lebte. Heidrun Eichler entdeckte durch kunstfertige, zeittypische Details Anklänge an Markneukirchner Gitarren von Weltruf der Marke Weißgerber. An solche Höhen war für Horst Fietz nicht zu denken. 1939 zu "einer kurzen militärischen Übung" einberufen, kehrte er erst zehn Jahre später mit bleibenden gesundheitlichen Schäden aus sowjetischer Gefangenschaft zurück. Meister durfte er sich ab 1951 nennen. Ein langer, harter Weg. Fleisch gab es bei Fietzens sonntags nicht, erinnert sich Christa Fietz an Erzählungen ihres Mannes - es wurde Geld gespart, um Holz für Instrumente zu kaufen.

Ein Instrument ist und braucht mehr, als es zu präsentieren, betont Heidrun Eichler. Sammeln, Bewahren, Dokumentieren, dann Ausstellen, dass seien in der Reihenfolge die Museumsaufgaben. Das werde nur selten öffentlich. "Was wir brauchen, ist nicht unbedingt mehr Ausstellungsfläche, sondern gute Depots, von der Fläche, der Sicherheit und dem Klima her", so die Gedanken von Heidrun Eichler zur Museumszukunft. Ins Depot und nur zu Sonderschauen raus aber kommt die Fietz-Gitarre entgegen erster Überlegungen nicht, versichert sie.

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