Gratis-Baden für Retter ausreichend?

Bösenbrunn will seinen aktiven Feuerwehrleuten den Eintritt ins Oelsnitzer Stadtbad schenken. Einige Räte hätten gern eine weitergehende Anerkennung.

Bösenbrunn.

Im Bösenbrunner Gemeinderat werden Stimmen laut, für das Gewinnen neuer Feuerwehrleute und das Unterstützen aktiver Kameraden ein Paket an Fördermaßnahmen zu schnüren. Das sei effektiver, als den Kameraden allein den Eintritt ins Oelsnitzer Stadtbad Elstergarten zu erlassen, erklärte Rico Steudel, neuer Gemeinderat der Abgeordneten der Bürger und Gemeindewehrleiter. Sein Antrag, den Beschluss über den kostenlosen Bad-Eintritt zu vertragen, fand mit vier Ja-Stimmen bei dreimal Nein sowie sechs Enthaltungen eine Mehrheit.

Die Erstattung des Badeintritts aus der Gemeindekasse war durch die Landgemeinden Eichigt, Triebel, Bösenbrunn ins Spiel gebracht worden. Oelsnitz gewährt dies Kameraden bereits länger. Nun soll eine einheitliche Regelung in der Verwaltungsgemeinschaft gefunden werden, sagte Bürgermeister Berthold Valentin (Action gemeinsame Liste Bösenbrunn). Über Vergünstigungen für Feuerwehrleute sei länger diskutiert worden. Bei 3,50 Euro Einzeleintritt erwartet Valentin Kosten für die Gemeinde von 300 bis 500 Euro im Jahr. "Ich finde das generell gut. Aber was ist mit den Familien?", warf Jörg Seidel (Abgeordnete der Bürger) ein. Wenn Kinder und Frauen der Retter auch umsonst ins Bad könnten, würde sich mancher Kamerad den Besuch überlegen, argumentierte er. "Wo ziehen wir die Grenze?", war Valentin skeptisch.


Auch Steudel begrüßte den Vorschlag für den kostenlosen Badeintritt als "gute Idee", erinnerte aber auch daran, dass es in der Gemeinde bereits Gespräche gab, ein generelles Förderprogramm für Feuerwehrleute aufzustellen. Steudel verwies auf die Stadt Oelsnitz, wo dies seit drei Jahren in der Feuerwehrsatzung verankert ist. Neben Ehrungen und Badeintritt seien auch Punkte wie Zuschüsse zum Erlangen der Fahrerlaubnis, Ausbildungsförderungsbeitrag oder ein ermäßigter Satz für die Betreuung der Kinder von Feuerwehrleuten in Kita und Hort zu diskutieren, so Steudel. Daher schlug er vor, dass das Förderprogramm in einer außerordentlichen Wehrleitersitzung beraten werden und dann als Paket dem Gemeinderat vorgelegt werden sollte.

Valentin bat Steudel, für dieses Paket Vorschläge vorzulegen. Es bestehe das Problem, dies auch finanzieren zu können, betonte der Bürgermeister. Ein anderes Modell hat unterdessen Gemeinderat Thomas Schönweiß (Action Bürger Schönbrunn) ins Spiel gebracht. "Wenn ich das Geplante sehe, ist das viel Verwaltungsaufwand. Wäre da eine Pauschale für Feuerwehrleute nicht besser - plausibler und einfacher durchsetzbar?", schlug er vor.

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