Große Schäden an der Plauener Hütte

Der Saisonstart in den Zillertaler Alpen muss verschoben werden. Die Hüttenwirte sind vor Ort und konnten keine guten Nachrichten überbringen.

Plauen/Mayrhofen.

Der extrem schneereiche und stürmische Winter im Bereich der Plauener Hütte im österreichischen Zillertal hat für enorme Schäden gesorgt. Weil der Zugang zur Uferstraße am Stausee durch Lawinen verschüttet war und erst seit zehn Tagen frei ist, wurde das Ausmaß erst jetzt richtig deutlich. Die Zufahrt zur Materialseilbahn war durch Felssturz und Lawinenschnee unpassierbar. Die Hüttenwirte Michael Puntigam und Edith Haberl sind den Tränen nah. "Wir müssen leider einen Schaden an der Talstation unserer Materialseilbahn melden. Eine Lawine hat eingeschlagen", berichteten sie der "Freien Presse". Seit Dienstag vergangener Woche folgten drei erfolglose Versuche mit Skiern, auf die Hütte zu kommen. "Die Gefahr von Lawinen und Felssturz war einfach zu groß", sagte Michael Puntigam.

Am Montag dieser Woche wagte er dann den alleinigen Aufstieg zur Hütte. Es kam zur Schadensaufnahme. "Die Schneehöhe beträgt aktuell auf der Terrassenmitte noch 4,70 Meter. Das Seilbahngebäude ist zur Hälfte unter Schnee und das andere Nebengebäude, zum Beispiel der Mulistall, kann man nur erahnen", berichtet der Hüttenwirt. Dass der Sachschaden mehr als 50.000 Euro betragen wird, davon sei bereits jetzt auszugehen. Denn unter anderem ist auch das Vordach am Eingang zur Plauener Hütte durch Orkanböen weggerissen worden.


Besonders schlimm und teuer sind die Schäden an der Materialseilbahn. "Durch Anraum, Schneedruck und weitere Schneefälle sind Tragseil und Zugseile so schwer geworden, dass ein Tragelement gebrochen ist und ein noch nicht genau zu beziffernder Schaden an der Seilbahn entstand", schreiben die Hüttenwirte.

Wie geht es jetzt weiter? Noch immer ist der Aufstieg zu Fuß nicht möglich. "Am Wochenende findet ein Flug mit dem Helikopter unter Teilnahme eines Seilbahntechnikers sowie unseres Hüttenwartes Jens Winkelmann vom Deutschen Alpenverein statt", berichtete Michael Puntigam. Dann wollen sich die Hüttenwirte zusammen mit den Verantwortlichen selbst ein Bild zur genauen Lage machen, um das weitere Vorgehen zu koordinieren. "Die Saisoneröffnung muss verschoben werden. Aktuell geht es nicht", teilte auch Hüttenwart Jens Winkelmann mit. Der endgültige Eröffnungstermin soll noch mitgeteilt werden.

Die Plauener Hütte, eine Schutzhütte der Sektion Plauen-Vogtland des Deutschen Alpenvereins, wurde am 19. Juli 1899 im Zillertal eingeweiht. Sie liegt auf 2364 Metern Höhe und ist immer in Plauener Hand gewesen. Das einst als Notunterkunft erbaute Haus gilt als "Juwel der Zillertaler Alpen". Edith Haberl und Michael Puntigam hatten vor sechs Jahren die Bergwanderer-Herberge über dem Zillergründl als Hüttenbetreiber übernommen. Für sie ist es jetzt der siebente Sommer. Die Besucherzahl ist seither von 900 Übernachtungen auf rund 1900 pro Jahr gestiegen.

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