Großfeuer wütet auf Wildenauer Hof

Rund 100 Feuerwehrleute waren gestern im Einsatz, um einen brennenden Dreiseitenhof im Steinberger Ortsteil zu löschen. Es war einer der größten Einsätze der letzten Zeit im Vogtland.

Wildenau.

Gegen 7.40 Uhr wurden gestern die Wehren der Gemeinde Steinberg und in Auerbach alarmiert: Auf einem Gehöft am Blumenweg, direkt neben der Wildenauer Kirche, war ein Brand ausgebrochen. "Schon kurz danach war klar: Das Feuer ist so groß, dass weitere Kräfte benötigt werden", so schildert es Patrick Heinritz, stellvertretender Kreisbrandmeister. Auch die Wehren von Rodewisch und Lengenfeld jagten zum Ort des Geschehens, zusätzlich der Rettungsdienst und der Bereitschaftsdienst des Landkreises. Zwei Gebäude des Dreiseitenhofes standen in Flammen: Der Dachstuhl des Wohnhauses ebenso wie die angrenzende Scheune, nur die dritte Seite, als Wirtschaftsgebäude genutzt, brannte noch nicht. Die Feuerwehren hatten große Mühe, Löschwasser zum Einsatzort zu bringen: Über viele hundert Meter musste es aus zwei Teichen sowie aus dem Wildenauer Freibad herangepumpt werden. Einer der Schläuche wurde dazu über die Hauptstraße des Ortes gezogen.

Laut Heinritz waren am Ende über 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr mit 20 Fahrzeugen im Einsatz, dazu kamen Rettungssanitäter und Polizei. Die Bewohner des Gutes, zwei Familien, blieben zum Glück unverletzt. Ein Feuerwehrmann bekam Kreislaufprobleme und wurde ärztlich behandelt, sein Zustand hatte sich am späten Vormittag jedoch deutlich verbessert. "Es gab eine enorme Wärmestrahlung", so Heinritz. Wegen des beißenden Rauches waren entsprechend ausgestattete Atemschutz-Einheiten des Kreises im Einsatz. Als problematisch erwies sich speziell die Räumung der mit Heu und Stroh gefüllten Scheune: "Alles musste mit Radladern beräumt und auseinander gefahren werden", schildert Heinritz.

Die Einsatzleitung lag bei Tom Gierth, dem Chef der Wildenauer Feuerwehr. "Ich bin 20 Jahre dabei, einen so großen Brand habe ich noch nicht erlebt", sagte er. Abgesehen vom Wasser sei es auch schwierig gewesen, die Feuerwehrleute zusammenzutrommeln: "Das ist werktags immer ein Problem, auch am Freitagmorgen." Ob das Feuer in der Scheune ausbrach und was die Brandursache ist, dazu gab es gestern noch keine Angaben.

Zum Ort des Geschehens geeilt war auch der Steinberger Bürgermeister Andreas Gruner (CDU). Nach seinen Worten kommen die insgesamt vier Bewohner bei Verwandten unter. "Heute zeigt sich wieder, wie gut das Dorf zusammenhält", so Gruner. Die unmittelbaren Nachbarn und andere Wildenauer hatten den Opfern des Brandes sofort ihre Hilfe angeboten, die erschöpften Einsatzkräfte wurden kostenlos mit belegten Brötchen und Getränken versorgt.

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