Hackepeter-Essen nach dem Kammlauf

Buschhaus- Geschichten: Vor dem Abriss erinnern sich die Vogtländer. Zum Auftakt: Bergwacht-Legende Bodo Schulz.

Mühlleithen.

Bodo Schulz hält das Glas mit dem Buschhaus-Motiv in Ehren. "Es war einmal...", meint der langjährige Chef der Klingenthal Bergwacht mit Blick auf den anstehenden Abriss des Mühlleithener Hotels: "Aber die Erinnerungen bleiben." Und davon hat er viele.

Als er am 1. September 1979 seine Frau Ute heiratete, fand das Hochzeitsessen im "Buschhaus" statt. "Horst Deglau war damals schon der Chef. Von ihm bekamen wir ein originelles Geschenk - einen Bierkrug voller Blumen. Den Krug haben wir noch", erzählt er.

Deglau und Schulz kannten sich da schon viele Jahre. Der Friseur- Salon Schulz befand sich gleich in der Nachbarschaft vom Sporthotel "Waldgut" am Aschberg. "Der Horst hat dort gelernt, und Peter Finkel war sein erster Lehrmeister."

Seinen ersten offiziellen Einsatz im "Buschhaus" hatte Bodo Schulz in seiner Eigenschaft als gelernter Friseur - zum Haareschneiden beim damaligen Chef.

Gefragt bei den jungen Leuten waren die samstäglichen Tanzveranstaltungen. "Da waren auch immer viele Skisportler vom Club. Die Feuerzangenbowle hat uns damals noch nicht so interessiert. Da waren wir noch zu jung." Absoluten Respekt hatten die jungen Burschen nach seinen Worten vor der Mutter von Gerhard Giszas: "Eine resolute Frau. Die war die Buschaus-Polizei."

Als Chef der Klingenthaler Bergwacht war Bodo Schulz bei vielen Wettkämpfen des Internationalen Damenskirennen dabei und auch beim Internationalen Kammlauf, der 1973 seine Premiere erlebte. "Wir hatten dabei meist die Verpflegungsstelle am Schwarzen Teich besetzt. Nach dem Lauf hat dann die damalige Bürgermeisterin Elsbeth Leucht immer die Helfer zum Hackepeter-Essen ins ,Buschhaus' eingeladen. Das war eine Zeit", schaut er zurück.

1995, als es noch Hoffnung für das Haus gab, drehte der MDR eine Sendung mit dem Sänger Gunter Emmerlich. Bodo Schulz versorgte ihn damals am "Buschhaus" mit vogtländischem Schwamme-Brei. Dass das einst legendäre Hotel nun vor dem Abriss steht, bedauert er: "Man kann nur hoffen, dass nicht auch dem ,Waldgut' in einigen Jahren so ein Schicksal droht."

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