Handschriften vogtländischer Künstler

Bilder einer 1913 in Plauen erschienene Zeitschrift lieferten die Anregung für eine Sonderausstellung, die Grenzen überwindet.

Zwota.

Die um 1910 in Auerbach tätigen Maler Hans Poller und Paul Wendler fanden zu dieser Zeit die Motive für ihre Arbeiten im gesamten Vogtland und sogar in Westböhmen, Oberfranken und auch im Thüringischen.

Veröffentlicht wurden ihre Bilder in der ab 1913 für kurze Zeit erscheinenden Zeitschrift "Das Vogtland und seine Nachbargebiete: Monatsschrift für heimatliche Kunst, Literatur und Wissenschaft", die in Plauen erschien. Herausgeber waren der Schriftsteller Kurt Arnold Findeisen (1883-1963), der für das Ressort Literatur verantwortlich war, der in Plauen und später auch in Markneukirchen tätige Maler Paul Miller (1878-1948) für den Bereich der Kunst sowie der Architekt und Fotograf Emil Rösler (1874-1954) für den Bereich der Wissenschaft.

Poller und Wendler sind heute kaum noch bekannt. Das trifft auch auf einen K. Fichte aus Klingenthal zu. Von dem ist zwar ein Bild aus dem Jahr 1914 vorhanden, aber bislang konnten keinerlei biografische Angaben gefunden werden.

Eine gebundene Ausgabe der Zeitschrift stellte 2018 Roland Schlosser, bis 1992 der letzte Bürgermeister von Mühlleithen, dem Heimatverein Zwota zur Verfügung. Bei der Sichtung des Materials entstand die Idee für eine Ausstellung, um das in Vergessenheit geratene künstlerische Schaffen jener Zeit wieder in die Öffentlichkeit zu bringen. Das Ergebnis ist die Sonderausstellung "Vogtländische Handschriften", die derzeit in der ehemaligen Zwotaer Mittelschule am Hammerplatz zu sehen ist. Gezeigt werden Maler, Zeichner und Grafiker aus dem Vogtland und Künstler, die im Vogtland die Motive für ihre Arbeit fanden und bis heute finden.

Die Zwotaer Ausstellung brachte Rainer Döhling, Vorsitzender des Falkensteiner Vereins Falkart, auf die Idee, die Aktivitäten, die es im Vogtland im Bereich der Bildenden Kunst gibt, zu vernetzten, um das Potenzial besser zu nutzen.

Die Sonderausstellung in Zwota ist am morgigen Samstag im Verbindung mit dem Harmonikamuseum zusätzlich von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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