Handwerk steht zu seiner sozialen Verantwortung

Das Vogtland besitzt deutschlandweit die höchste Dichte an Handwerksbetrieben. Diese engagieren sich auch im sozialen Bereich.

Klingenthal.

Rund 4000 Betriebe sind Mitglied der Kreishandwerkerschaft Vogtland. "Damit weist das Vogtland die höchste Betriebsdichte aus - nicht nur im Freistaat Sachsen, sondern deutschlandweit!" Das sagt Hauptgeschäftsführer Jürgen Petzold nicht ohne Stolz.

Allein 27 Handwerksbetriebe gehören dabei zur Maler- und Lackiererinnung Vogtland (Göltzschtal), der als Obermeister Thomas Trampel aus Reichenbach vorsteht. Er war in dieser Woche mit zwei symbolischen Schecks in die Klingenthaler Geschäftsstelle gekommen: Jeweils 1000 Euro gehen als Spende für die Stiftung zur Hilfe für krebskranke Kinder im sächsischen Vogtland und an die Kreisverkehrswacht Vogtland. Empfänger waren Landrat a. D. Tassilo Lenk für die Stiftung und Harald Nahrendorf für die Verkehrswacht. Die Spende sei ein Dankeschön der Innung für die engagierte ehrenamtliche Arbeit in den beiden Vereinen, sagte Trampel.

Die Wichtigkeit der Arbeit mit an Krebs erkrankten Kindern stehe außer Frage, machte Tassilo Lenk deutlich. "Die Begegnungen mit diesen jungen Menschen erden mich immer wieder." Die Verkehrswacht Vogtland steht nach den Worten von Harald Nahrendorf neben den Grundschulen auch den rund 190 Kindertagesstätten im Vogtland bei der ehrenamtlichen Verkehrserziehung zur Seite.

"Das Handwerk hat eine soziale Verantwortung und nimmt diese auch wahr", betonte in diesem Zusammenhang Mario Kahl, der Kreishandwerksmeister aus Klingenthal.

Eine Ausbildung im Bereich des Handwerks sei eine gute Berufschance im ländlichen Raum, zeigte sich Tassilo Lenk überzeugt: "Es geht nicht um das Eliteabitur. Es gibt viele Berufe, die auch ohne Abitur möglich sind - und die werden gebraucht." Von der guten Ausbildung der vergangenen Jahre im Handwerksbereich profitieren noch heute viele Branchen in der Industrie, die daraus ihren Bedarf an Fachkräften deckt, zeigte Jürgen Petzold auf.

Carola Weigel aus Ellefeld, Vorstandsmitglied der Maler- und Lackiererinnung, verwies darauf, dass die angekündigte Rückkehr zur Meisterpflicht dem Handwerk gut tun wird: "Es geht letztlich um die Qualität in der Arbeit". Für Mario Kahl ist auch die Standortfrage der Berufsschulen ein wichtiger Faktor für die Nachwuchsgewinnung im Handwerk. Reiner Heinze, stellvertretender Obermeister der Maler- und Lackiererinnung, verwies darauf, dass zu seiner Zeit die Ausbildung für die Vogtländer in Falkenstein und Plauen stattfand - jetzt seien Zwickau und Chemnitz dafür die Standorte. "Das Vogtland bezahlt die Zeche für die Strukturfehler der vergangenen Jahre", meinte dazu Jürgen Petzold.

Soziale Verantwortung zeige die Maler- und Lackiererinnung nicht nur nach außen, hob Thomas Trampel abschließend hervor. Nach seinen Worten gelten ab Mai 2020 in der Branche in Ost und West die gleichen Mindestlöhne.

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