Heftige Debatte um Verkauf von Garagen-Flächen am Stadion

36 Unterstände eines städtischen Komplexes an der Adolf-Damaschke-Straße in Oelsnitz werden veräußert. Warum etliche Stadträte diesen Schritt als übereilt betrachten.

Oelsnitz.

So knapp geht es selten zu im Oelsnitzer Stadtrat: Mit 11 Ja- und 8 Gegenstimmen hat das Stadtparlament für den Verkauf von 36 Garagengrundstücken an der Adolf-Damaschke-Straße den Weg geebnet. Damit können Gebäude - im Eigentum der Nutzer - und städtisches Pachtgrundstück zusammengeführt werden. Der Garagenstandort am Stadion ist der letzte verbliebene in der Stadt, der den aktuellen Nutzern zum Kauf angeboten wird.

Vorausgegangen war eine Umfrage durch die Stadtverwaltung. Dabei sollte herausgefunden werden, inwieweit ein Kaufinteresse der Garageneigentümer am Grundstück vorliegt. Ergebnis: 20 Nutzer würden die Fläche gern erwerben und damit ihre Garage auf Dauer sichern. Bei fünf Einheiten besteht Kaufabsicht durch Dritte. Nach dem Ja des Stadtrates wird jetzt das Verkaufsverfahren vorbereitet. Die übrigen Nutzer können sich noch bis Ende des Jahres entscheiden. Andernfalls geht die Stadt den Weg des freien Verkaufs. "Die Nachfrage am Standort ist da", sagte Stadtbaumeisterin Kerstin Zollfrank. Die Stadt schätzt den Wert des Grundstück auf 87.000 Euro. Rund 2500 Euro werden demnach pro Garageneinheit fällig.

Dem Beschluss ging eine intensive Debatte voraus, bei der sich etliche Skeptiker zu Wort meldeten. Ihr Grundtenor: Der Garagenstandort befindet sich an einem städtebaulich strategisch wichtigen Ort, das Grundstück dürfe man ohne Not nicht aus der Hand geben. "Das Grundstück sollte für die Sportstätten vorgehalten werden", sagte Benno Seeger (CDU). "Wir sollten die Sportstättenplanung abwarten." "Es kann sein, dass wir dort mal ein ordentliches Gebäude bauen müssen", so René Buze (Liberale unabhängige Bürger). "Wir sollten abwarten, bis wir alles geklärt haben, zumal wir im Gebiet über keine eigenen Parkplätze verfügen." Christoph Apitz (DSU) bezeichnete die Fläche "als Filetstück", für das er keine Notwendigkeit sieht, es aus der Hand zu geben. "Behalten wir für uns die Planungshoheit." Björn Fläschendräger (Freie Oelsnitzer Bürgerschaft) plädierte dafür, erst einmal das Sportstättenkonzept abzuwarten, das im Februar vorliegen soll. Danach werden möglicherweise Weichen für die weitere Entwicklung des Areals gestellt. Als vehemente Fürsprecherin für einen Verkauf trat Waltraud Klarner (Linke) auf. "Lasst den Leuten ihre Garage!" "Wir hatten eine klare Linie - und wollen jetzt kurz vor Ultimo zurückziehen?" fragte Klaus Schumann (Linke). "Das ist kein Umgang mit den Leuten." Mit Klaus Knüpfer und Mike Eltermann sprachen sich auch Mitglieder der CDU-Fraktion dafür aus, den Verkauf durchzuziehen. "Erst haben wir die Pferde scheu gemacht und jetzt streiten wir uns rum", meinte Eltermann.

Wie am Rande der Debatte bekannt wurde, steht die derzeit abgesperrte Fläche am Schützenhaus in Kürze wieder zum Parken zur Verfügung. Mit dem neuen Eigentümer des Gebäudes habe man einen Pachtvertrag ausgehandelt. "Wir sind uns einig", sagte Kerstin Zollfrank. Die Verträge sollen zeitnah unterschrieben werden.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...