Hingucker zum Holztag: Historische Säge im Einsatz

Historie trifft Moderne: Rund ums Holz drehte sich alles im Freilichtmuseum Eubabrunn. Es gab aber noch mehr zu entdecken.

Eubabrunn.

Nichts geht über eine gescheite Brotzeit, für waschechte Bayern ist sie ein Muss, auch in Fleckl am Fuße des Ochsenkopfs. Als Alfons und Helmut Bauer am Sonntag im Freilichtmuseum Eubabrunn ankamen, schürten sie als Erstes einen kleinen Ofen an, holten Weißwürste und Brezeln hervor und stärkten sich. Dann aber ging es zur Sache.

Gemeinsam mit ihrem alten Freund Bernd Wunderlich aus Oberbrambach machten sie eine monströse Fuchsschwanzsäge startklar. "Sie stammt aus dem Jahr 1922 und ich habe sie aus Nordamerika mitgebracht. Dort wurden mit ihr Mammutbäume auf Länge gesägt. Stämme bis zu 1,30 Meter Stärke schafft sie locker." Während Alfons Bauer das erzählte, sich eine Zigarette drehte und das mächtige Sägeblatt einstellte, goss Bernd Wunderlich Benzin in den Tank und Helmut Bauer kurbelte den Motor an. Das Sägeblatt kam ratternd in Gang und die vier Zentimeter langen Zähne fraßen sich mit drei PS durch das Fichtenholz. Vor und zurück, vor und zurück - es dauerte vielleicht zwei Minuten und vom halben Meter starken Stamm fiel eine Scheibe zu Boden.

Die historische Fuchsschwanzsäge war nicht nur ein Hingucker beim Holztag. Die Besucher konnten sich vorstellen, wie schwer das Tagwerk der Forstarbeiter in der Vergangenheit trotz Maschinenkraft war. Ganz zu schweigen von den Jahrhunderten davor, als sie nur ihre Muskeln hatten, um Bäume zu fällen und zu zerlegen, aus den Stämmen mit der Axt Balken schlugen für eine neue Scheune und das Wohnhaus - eine Plackerei. Fast spielerisch dagegen sah es aus, wie ein paar Schritte weiter Thomas Voigtmann aus Hammerbrücke mit seinem mobilen Sägewerk aus einer mächtigen, 100 Jahre alten Lärche Balken schnitt - nur per Knopfdruck. Historie traf auf Moderne im Freilichtmuseum und gerade das machte die mittlerweile traditionelle Veranstaltung so interessant.

Wer daheim mit Öl heizt, Gas oder Strom, bekam einen Eindruck davon, was das "Holz gibt mehrmals Wärme" bedeutet - beim Schlagen im Wald, beim Spalten und schließlich beim Anschüren im Ofen. Bäume wurden am Sonntag vor Ort zwar nicht gefällt und auch nicht geheizt, dafür von Albrecht Götz, Heinrich Schmidt und Reiner Hüttel gezeigt, wie aus Stämmen Scheite werden. Nicht mit der Spaltaxt, sondern per Hydraulikkraft eines Traktors oder einer selbstgebauten Vorrichtung. Mitarbeiter vom Forstbezirk Adorf bauten rustikale Sitzgelegenheiten und zeigten, wie aus Stämmen meterlange Holzregenrinnen entstehen - per Spezialaufsatz an der Motorsäge, nicht wie früher per Holzhammer und Beitel in mühevoller Arbeit, mit Geduld und viel Erfahrung.

In der hintersten Ecke der Museumsscheune stand Jörg Pigorsch aus Grünhainichen. Er drechselte auf einer seltsam anmutenden Vorrichtung. Ohne Strom. Mit dem Fuß setzte er über Seile das eingespannte Holzstück in Rotation und führte das Werkzeug mit der Hand.

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