Historische Schlossweihnacht: Der Blitz macht die Musik

Auf Voigtsberg herrschte zum 4. Adventswochen-ende dichtes Gedränge. Zahlreiche Programmpunkte lockten Besucher in Scharen. Drei Beispiele, die diesmal für besondere Hingucker sorgten.

Oelsnitz.

Es war wieder der Höhepunkt der Adventszeit in Oelsnitz. Der historische Weihnachtsmarkt auf Schloss Voigtsberg stand am Samstag und Sonntag ganz im Zeichen der Gründerzeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Dafür hatte sich die veranstaltende Oelsnitzer Kultur GmbH mächtig ins Zeug gelegt und zahlreiche Protagonisten in die Sperkenstadt geholt, die auf historische Weise die Weihnachtszeit von damals wieder aufleben ließen. Doch auch moderne Unterhaltungsprogramme begeisterten.

Musikalische Blitze erzeugte die Entwicklungsfirma LSD-Lasershowdesign aus Plauen und sorgte damit für Erstaunen. Mittels einer modifizierten Tesla-Spule wurden künstliche Blitze erzeugt, die musikalische Töne von sich gaben. Damit das Ganze einen richtigen Show- Charakter bekam, wurden die Blitze an einen sogenannten Faradayschen Käfig geleitet, in dem sich die Besucher platzieren konnten. Der Käfig wirkte dabei wie ein Schirm und leitete die Blitze ab. Wie Lucien Tunger von Lasershowdesign erklärt, ist es möglich, über eine Software und Glasfaserkabel die Blitze zu steuern. Mittels einer digitalen Schnittstelle für Musikinstrumente entstehen beim Entladen der Blitze dann die Musiktöne. Es war eines der wenigen modernen Programmpunkte.

Glühende Eisen von Hand geschlagen - René Donath aus Leubetha zeigte, was man mittels Handwerkskunst alles zaubern kann. Denn der Metallbaumeister, der nebenberuflich als Schmied tätig ist, hatte so manches Eisen im Feuer. Unter anderem stellte er auf Voigtsberg verschiedene Halterungen für Leuchter her. In historisches Outfit gehüllt, erklärte er den Besuchern seine Arbeit. In seiner Hammerberg-Schmiede in Leubetha entstehen unter seinen Händen die unterschiedlichsten Metall-Kunstformen und Relief-Figuren in Kupfer. René Donath passte mit seiner Handwerkskunst perfekt in das Bilder der historischen Schlossweihnacht, die sich thematisch der Zeit der 1880er- und 1890er-Jahre widmete. Einer Zeit, die besonders von Industrialisierung geprägt war.

Der perfekte Schnitt lag in den Händen von Martin Schneider. Er ist Barbier, manche würden sagen, Männer-Friseur. Zur Schlossweihnacht begaben sich die Männer vertrauensvoll unter seine Rasierklingen und Scheren. Eine neuer Haarschnitt, den Bart stutzen oder in Form bringen - Martin Schneider hatte alle Hände voll zu tun. Jeweils 30 bis 40 Männer wollten sich an beiden Tagen von ihm auf traditionelle Weise eine neue Frisur verpassen lassen. Passend zum Thema muss es sich für die Besucher wie eine Zeitreise angefühlt haben, als Barbier-Läden für Männer noch eine Art Rückzugsort waren. Auf Voigtsberg war Schneider schon im Vorjahr dabei. "Diesmal kamen Leute, die vergangenes Jahr auch schon bei mir waren", erzählte er. Denn seine Handwerk spricht sich herum. Schneider schätzt, dass besonders der entschleunigende Charakter seiner Arbeit und die damit verbundene Gemütlichkeit die Männer anspricht - in Zeiten der schnellen Massenabfertigung.

Erleben konnten die Besucher außerdem Revolver-Duelle, Musikanten, die historisches Liedgut präsentierten, oder einen ein Schuhputzer der Schuhwerk auf Hochglanz brachte. Außerdem sorgte ein Weihnachtsengel mit Knecht Ruprecht für leuchtende Kinderaugen. Unter dem Strich lockte die historische Schlossweihnacht diesmal rund 10.000 Besucher nach Oelsnitz.

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