Historische Tondokumente aufgetaucht

Das 1950 von Alfred Wolf gegründete Heimatterzett machte einst den Musikwinkel auch in der Volksmusik populär. Es gibt davon noch Mitschnitte.

Zwota.

Die Mitschnitte eines Klingenthaler Heimatabends 1960 in Limbach und einer Weihnachtsveranstaltung, deren Veranstaltungsort nicht angegeben ist, befinden sich auf einer Musikkassette aus dem Nachlass der Zwotaerin Else Vogel, die im vergangenen Jahr im Alter von 103 Jahren verstorben ist. Sie war Gründungsmitglied vom Heimatterzett Klingenthal.

Der Klingenthaler Alfred Wolf hatte die Musikgruppe 1950 gegründet. Neben Else Vogel war deren Ehemann Erich dabei, der schon in den 1930er Jahren auf der Zwotaer Waldbühne mitwirkte, und Hilde Dölling. "Es war eigentlich nicht mehr und nicht weniger als ein Versuch, angeregt durch Alfred Wolfs Zusammenarbeit mit verschiedenen erzgebirgischen Trachten-Singegruppen; ein Versuch, Ähnliches und doch wieder anders Geartetes auch in unserem Musikwinkel auf die Beine zu stellen", schrieb der Klingenthaler Friedrich Jaeger 1954 im "Kulturboten für den Musikwinkel".


Die Premiere erlebte das Heimatterzett 1950 bei den 5. Musiktagen in Klingenthal, beim Heimatabend im Gambrinus. Zum Programm gehörten damals Lieder wie "De Zwoticher Körwe", geschrieben vom Klingenthaler Fritz Meisel, vertont von Alfred Wolf.

Der Titel des Lieds war zwar noch bekannt, allerdings fehlten Text und Noten. Else Vogel fand aber noch ein Textblatt und konnte sich auch noch an die Melodie erinnern. Rico Schneider hat das Lied im wahrsten Sinne des Wortes wieder rekonstruiert. 2016 wurde es zur Eröffnung der Zwoticher Körbe wieder aufgeführt. Sänger René Goram wurde dabei von Rico Schneider sowie Sandro Kremling und Thomas Kürschner von den Hämoriders begleitet. Lied beschreibt auf humorvolle Weise, wie in Zwota früher Kirmes gefeiert wurde und was alles auf den Tisch kam - von Schokoladenkuchen bis zu Buttersemmeln mit Hering und geräucherten Bücklingen.

Die fast 60 Jahre alten Tonaufnahmen enthalten zudem Text vom Zwotaer Mundartdichter Hans Wild und Musik vom Klingenthaler Mundharmonika-Virtuosen Willy Brunner und dem Akkordeonspieler Ernst Meinel.

Dirk Meinel vom Stadtorchester Klingenthal will nun prüfen, ob es möglich ist, das Material zu nutzen - analog der 2002 veröffentlichten CD "Tanze mit mir in den Morgen" mit Aufnahmen des Klingenthaler Tanzorchesters der 1950er Jahre.

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