Hochzeit einst im Buschhaus: Zum ersten Mal Kroketten

Buschhaus- Geschichten: Vor dem Abriss erinnern sich die Vogtländer: Heute Christiane und Siegmund Stark, Heike Weck und Heiko Meinel.

"Unvergessliches Ereignis"

Am 14. April 1960 heirateten mein Mann und ich in der Rundkirche Klingenthal. Da dies ein Gründonnerstag war, durften die Kirchenglocken nur zum Mittagsläuten benutzt werden. Also wurde alles so zeitmäßig eingerichtet, dass wir mit dem Mittagsläuten die Kirche als Ehepaar verließen. Danach ging es zum Fotografen. Endlich war auch das geschafft und dann fuhren wir per Taxi ins Buschhaus zum Feiern. Für uns war das Zimmer zur Straße zu mit dem Bleiglasfenster reserviert. Für damalige Zeiten war es recht schön dekoriert. Zum Mittagessen gab es verschiedene Gemüse - auch damals selten - mit Kartoffelkroketten! Letztere waren uns total unbekannt und etwas Besonderes!

Danach passierte noch ein Unglück. Mein großer weißer Nelkenstrauß, der in einer Vase steckte, fiel irgendwie um und taufte unser neues Familienbuch. Zu dem Strauß wäre noch zu sagen, dass er von Blumen-Hanisch Leipzig stammte. Eine bekannte Institution damals und eine Seltenheit, überhaupt solche Blumen zu bekommen! Im Nachhinein kann ich noch erwähnen, dass ich dann zur Silberhochzeit von meinem Mann wieder 25 weiße Nelken und zur Goldenen Hochzeit 50 weiße Nelken bekam - aber das nur nebenbei.

Am Nachmittag war Kaffeetrinken angesagt und später dann das Abendbrot. Zwischendurch wurden Bilder gemacht im Freien und das war eine recht kühle Angelegenheit, denn es lag noch Schnee. Nach dem Abendbrot erwartete uns noch eine besondere Überraschung. Zum gleichen Zeitpunkt feierte man im Saal den Abschied vom Winter mit dem Sportverein von Dynamo Klingenthal. Und so wurde der letzte Schnee verbrannt. Uns ließ man auch daran teilhaben und das sah so aus: Das Licht im Zimmer wurde gelöscht und der Kellner kam mit einem Tablett brennenden Speiseeis herein. Für uns ein unvergessliches Ereignis.

Schon damals hatten wir dann geplant: Sollte unsere Ehe halten, werden wir die Silberhochzeit wieder da feiern. Das kam aber nicht zustande, weil wir durch Zufall zum gleichen Zeitpunkt eine Reise nach Sotschi bekamen. Also: Dann feiern wir eben das 50. Ehejubiläum dort. Und das wiederum war auch nicht möglich, weil leider dieses schöne Gebäude inzwischen verfallen war und wir als Gäste wahrscheinlich nur Ratten gehabt hätten. Traurig, aber leider wahr.

Das war nun unsere Geschichte vom Buschhaus.

Christiane und Siegmund Stark, Schöneck

Jugendweihe im Buschhaus

Es war Ende der 1970er Jahre, als ich meine Jugendweihe hatte. Eine meiner Paten war die langjährige Bürgermeisterin von Mühlleithen, Elsbeth Leucht. Sie organisierte mit Familie Deglau meine große Feier. Ich trug Hosenanzug und silberne Sandalen, es war Mitte April. Nach der Feierlichkeit in der Aula auf dem Amtsberg ging es ins Buschhaus. Schon ab Mittag setzte Schneefall ein. Abends dann Chaos auf der Straße. Elsbeth Leucht versuchte, wenigstens die Gäste von auswärts unterzubringen. Sogar in den eiskalten Finnhütten. Wir anderen mussten nach Hause, egal wie. Wir versuchten es, ein Taxi zu bekommen. Der Einzige, der bei dem Wetter gefahren ist, war Wolfgang Dähn. Den Gösselberg mussten wir jedoch hochlaufen und kamen fröhlich an. Die silbernen Sandalen hatten den Tag jedoch nicht überlebt.

Heike Weck, Klingenthal

Leckerbissen aus der Küche

Da mein Großvater viele Jahre im Buschhaus als Hausmann ("Mädchen für alles") tätig war, konnten mein Vater und ich (etwa 5 Jahre) täglich Speisereste aus dem Hotel für unsere Schweine abholen. Dabei befanden sich die Reste in großen schweren Kübeln, die wir auf unseren Hänger aufluden. Dann fuhren wir mit unserem Skoda nach Hause, um alles zu verfüttern.

An den Tagen, an denen ich mit in die Küche gehen durfte, fiel auch immer wieder der eine oder andere gekochte Leckerbissen für mich ab, was mich natürlich besonders freute. Manchmal ging ich mit meinem Vater auch in die Waschküche. Dort konnte ich beobachten, wie mein Opa die frisch gejagten Rehe ausschlachtete und diese danach an einer Wäscheleine aufgehängt wurden. Im Hotel selbst kam es immer wieder zu Begegnungen mit dem damaligen Koch Herrn Prahl und dem Hotelleiter Herrn Deglau, die mir heute noch in guter Erinnerung sind. Daher freue ich mich auch sehr auf das Treffen am Samstag.

Heiko Meinel

Abrissparty Am Samstag findet in Mühlleithen die Abrissparty statt. Sie wird auf dem Gelände am Teich, in der Nähe des Buschhauses, gefeiert. Beginn ist 15 Uhr. Die Besucher können sich auf die legendäre Feuerzangenbowle freuen. Parken ist am Festgelände nicht möglich. Dafür gibt es die Parkplätze auf der Passhöhe. Wer möchte, kann von dort ein Taxi-Shuttle (gegen Bezahlung) nutzen.

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