Hoher Stein: Ausblick jetzt wieder mit Informationen gespickt

Die Neuauflage der historischen Tafel auf dem Aussichtsfelsen ist ein Stück Tourismus- geschichte.

Hoher Stein/Vysoky kamen.

Das heute als Schwarzbach bekannte Gewässer, das Erlbach und Markneukirchen passiert, ehe es in Adorf in die Weiße Elster mündet, war 1927 noch als Flossbach bekannt. So ist es zumindest auf der Informationstafel auf dem Aussichtsfelsen Hoher Stein/Vysoky kamen vermerkt, die damals der Erzgebirgsverein Graslitz stiftete und die nun originalgetreu wieder auf dem Südgipfel angebracht wurde.

Der Hohe Stein, dieses Felsmassiv mitten im Grenzwald, hat seit Generationen eine magische Anziehungskraft. Dabei sah er 1880, als der Gebirgsverein Markneukirchen den ersten Aussichtspunkt errichtete, noch ganz anders aus. Leider ist aus jener Zeit noch keine Aufnahme aufgetaucht. So lässt sich nur erahnen, wie es einst dort aussah.

Hätte aber nicht 1906 die Stadt Graslitz das Areal gekauft, wäre durch den Abbau von Schotter wohl der Felsen abgetragen worden, zeigte der Markneukirchner Historiker Werner Pöllmann am Sonntag bei der Wiedereinweihung der Tafel auf dem verbliebenen Südgipfel auf.

Der Blick geht bei gutem Wetter bis zur Eichigter Höhe (628 Meter über dem Meeresspiegel), die auf der Luftlinie gut 20 Kilometer entfernt ist, dem Hochberg (690 Meter) bei Roßbach/Hranice oder dem Hainberg bei Asch/Aš (738 Meter).

Der Hohe Stein sei eigentlich kein klassischer Aussichtsfelsen, meinte einst der Oelsnitzer Paul Apitzsch: "Der Reiz des Umblicks liegt vielmehr in der abwechslungsreichen Szenerie des Vordergrunds". Zu Füßen des Felsens liegen Erlbach, Markneukirchen und Adorf.

Die neu aufgelegte historische Karte zeigt auch die beiden Kammwege, die sich nur wenige hundert Meter vom Hohen Stein entfernt am Ursprungberg (805 Meter) trafen - die erzgebirgische Route vom Rammelsberg über die Winselburg, Muldenberg, Schöneck und dem Hohen Brand, sowie den Graslitzer Kammweg, der 1927 neu markiert worden war. Dieser führte vom Ursprungberg über Graslitz/Kraslice und dem Spitzberg (991 Meter) nach Hirschenstand/Jelení. Die Tour inspirierte Apitzsch für einen Wandervorschlag unter dem Titel "Vom Ursprung bis ans Ende der Welt".

In dem Jahr, als der Hohe Stein seine erste Tafel erhielt, verstarb Ludwig Protz, Turner und Schriftsteller aus Königsberg an der Eger/ Kynšperk nad Ohří. Er hatte nach einer Ballade von Ludwig Uhland das Sagenspiel "Des Sängern Fluch" geschrieben, dessen Handlung am Hohen Stein spielte - mit 300 Mitwirkenden - Schauspieler, Sänger, Chor und Orchester. Eine Aufführung ist nicht belegt. Ein Exemplar des Textbuches hat aber der Erlbacher Eckhard Künzel aufbewahrt.

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