Horn verteidigt Straßenbau mit Rollsplitt

Oelsnitzer Rathauschef reagiert auf Kritik von Bürgern und Anwohnern der Plauenschen Straße

Der Oelsnitzer Oberbürgermeister Mario Horn (CDU) hat die Entscheidung verteidigt, einen Teil der Plauenschen Straße in der Stadt bei trockenem Wetter mit Rollsplitt zu sanieren. Im Zuge der Arbeiten hatte es massive Kritik von Anwohnern wegen Staubbelästigung, Raserei und der Art des Baus gegeben. Es wurde unter anderem der Vorwurf erhoben, dass die Stadtverwaltung billigend in Kauf nehme, dass gerade sanierte Hausfassaden so Schaden erleiden.

Fahrer seien mit Schildern auf Rollsplitt und Tempo 30 hingewiesen worden. "Es könnten Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden - das ist aber über einen längeren Zeitraum nicht machbar", machte Horn deutlich. Nachdem Bürger sich mit Kritik an "Freie Presse" gewandt hatten, gab es laut Horn noch einen Ortstermin mit versammelten Bürgern. Das Fahren der Kehrmaschine habe dann den bemängelten Zustand beseitigt, so der OB. "Die Staubbelästigung war nicht ganz zu vermeiden gewesen. Man kann sie eindämmen", sagte der Rathaus-Chef.

Horn vereidigte den Bau bei starker Trockenheit. "Es gibt noch keine Wetterprognosen mit der Auftragserteilung an die Spezialfirmen - und deren Auftragsbücher sind übervoll", betonte er. Anwohner hatten zudem beklagt, dass kein Wasser auf der Baustelle vorgehalten wurde - so mancher Landwirtschaftsbetrieb hätte dafür ein Fass zur Verfügung gestellt, hieß es. Doch Horn winkt ab. Die Oberflächenbehandlung bestand nach seinen Worten zu 70 Prozent aus Bitumengehalt, zu 25 Prozent aus Wasser und zu fünf Prozent aus Emulgator. "Dabei hat der Emulgator die Aufgabe, das Wasser von Bitumen zu trennen. Würde man jetzt nochmals Wasser hinzugeben, wird der Bitumen verdünnt und das Ziel nicht erreicht", sagte Horn. Die Kritik, Rollsplitt sei als Bauvariante untauglich, teilt er nicht. "Es ist eine Variante nach den anerkannten Regeln der Technik und wird bundesweit angewendet. Bei einer Oberflächenbehandlung wird auf der Fahrbahn Bitumen angespritzt und sofort danach mit Splitt abgestreut. Diese Maßnahme dient zur Versiegelung und der Erhöhung der Griffigkeit der Deckschicht", erläuterte der Oberbürgermeister. (hagr)

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