Idee: Zusätzlicher Haltepunkt für Bahnkunden zum Einkaufen

Die Machbarkeitsstudie für das Projekt in Klingenthal fällt günstig aus. Das Vorhaben soll dazu Thema in der Verbandsversammlung des ÖPNV werden.

Klingenthal.

In Zusammenhang mit dem im November eröffneten Neubau eines Netto-Marktes an der Mühlenstraße in Klingenthal wurde eine Machbarkeitsstudie für einen Haltepunkt der Vogtlandbahn in Auftrag gegeben. Das sagte Oberbürgermeister Thomas Hennig (CDU) auf Nachfrage. "Und die fällt eigentlich positiv aus."

Platz genug für einen Bahnsteig wäre allein auf dem Platz des ehemaligen zweiten Gleises vorhanden, das 2012 durch die Deutsche Bahn rückgebaut wurde. Dieses Ladegleis führte einst zum Werkgelände des VEB Holzbau, und zum Sägewerk Christian Leonhardt. Auf dessen Areal steht heute das Gebäude, das 1997 einmal für wenige Monate als Stadthalle eröffnet worden war, und heute ein Geschäftshaus ist. "Früher führte der Gleisanschluss bis ans Sägewerk. Dort war eine Rampe, später dann ein Kran", weiß der Klingenthaler Manfred Gäbler zu erzählen.

Die Anregung für einen zusätzlichen Haltepunkt hatte bereits 2013 der Klingenthaler Claus Dunsch für den Bereich an der ehemaligen Stadthalle unterbreitete. "Der aktuelle Haltepunkt an der Schnittstelle Bus/Bahn ist von den in der Stadt vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten zu weit weg", so sein Argument.

Die Machbarkeit eines solches Haltepunktes sah bereits 2013 Thorsten Müller gegeben, damals der Geschäftsführer des ÖPNV: "Ich kenne das beispielsweise aus dem Raum Karlsruhe. Dort hat man kleine Haltepunkte angelegt, die mit einem Aufwand von etwa 50.000 Euro auch finanziell in einem akzeptablen Rahmen standen."

Die Anregung wurde vom Unternehmer André Karbstein aufgegriffen, als mit dem Abriss des alten Holzbau-Areals Platz geschaffen wurde für den Neubau eines Netto-Marktes. Man verspricht sich dadurch auch deutlich höhere Fahrgastzahlen, auch durch Kunden aus dem tschechischen Grenzgebiet. Die Klingenthaler Märkte haben einen Kundenanteil aus dem Nachbarland, der zwischen 20 und 30 Prozent liegt. Das hatte eine Recherche der Industrie- und Handelskammer Chemnitz ergeben, auf deren Grundlage die Stadt Klingenthal ihr Einzelhandelskonzept 2014 von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung erarbeiten ließ.

Andreas Günnel vom Stadtbauamt hatte im November 2018 informiert, dass im Auftrag des ÖPNV und der Stadt durch das Planungsbüro Fugmann aus Falkenstein eine Machbarkeitsstudie erarbeitet werde. Auf deren Grundlage soll es dann die notwendigen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn geben.

Einen Diskussionspunkt gibt es laut Hennig noch. Der neue Haltepunkt liege sehr nahe am ehemaligen Klingenthaler Bahnhof, der 2011 abgerissen wurde. Es sind rund 800 Meter, Fahrzeit gut eine Minute. Allerdings, so der Oberbürgermeister - in Schöneck sei der Haltepunkt Ifa-Ferienpark ähnlich weit vom ehemaligen Bahnhof entfernt, und als in Muldenberg der Flößerplatz als zusätzliche Haltepunkt entstand, war dieser auch nur gut einen Kilometer vom Bahnhof Muldenberg entfernt. An dem halten inzwischen seit Sommer 2014 keine Züge mehr.

Oberbürgermeister Hennig will das Thema des zusätzlichen Klingenthaler Haltepunktes im ÖPNV am Kochen halten.

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.