In Markneukirchen stinkt es nach faulen Eiern

Auf dem alten Gaswerk-Areal wird eine Teergrube entsorgt. Durch Brandkalk entstehen Dämpfe. Wie gefährlich sind die?

Markneukirchen.

Was wabert da in den Himmel? Diese Frage stellen sich Anwohner im Gebiet um die Poststraße in Markneukirchen. "Seit Wochen und Monaten", schildern Leser der "Freien Presse", entsteht hier Gestank. Dazu komme auch noch der ständige Krach. Was passiert da, wie gefährlich sind die Gase - die Bürger fordern Aufklärung.

Im Markneukirchener Rathaus sind die Vorgänge bekannt - bei Bürgermeister Andreas Rubner (parteilos) ging auch eine Beschwerde dazu ein, auf die er antwortete. Die Arbeiten stehen im Zusammenhang mit der Sanierung des alten Gaswerksgeländes, erklärt Rubner. Ursache des Rauchs "ist eine im Boden aufgefundene Teergrube, die derzeit entsorgt wird. Zur Neutralisierung wurde diese mit Brandkalk abgedeckt. Dies verursacht durch eine chemische Reaktion die Dämpfe. Da in den Ablagerungen Schwefelverbindungen enthalten sind, entstehen die unangenehmen Gerüche - ähnlich wie in Vulkangebieten. Die Dämpfe selbst sind nicht gesundheitsschädlich", informiert das Stadtoberhaupt.

Die Entsorgung der Teergrube soll bis Anfang kommender Woche abgeschlossen sein, sagt Rubner. Er verweist auf Aussagen des Bauleiters, wonach ständig Messungen stattfinden. "Die Messprotokolle gehen ans Umweltamt. Bisher gab es noch keine Überschreitungen von Grenzwerten", teilt der Bürgermeister mit. Der Aushub der Grube - teils über Nacht auf versiegelter Fläche zum Abtransport zwischengelagert - wird laut Rubner in der Nacht abgedeckt, um Geruchsbelästigungen in dieser Zeit zu vermeiden. Vor der Entsorgung würden zudem stets Proben vom Aushub genommen.

Im alten Gaswerk wurde früher Gas aus Steinkohle erzeugt. "Dabei entstehen Abfallstoffe, wohl auch Teer. Diese wurden vor den Zeiten der DDR nicht ordnungsgemäß entsorgt und sind in den Boden eingedrungen", erklärt der Bürgermeister. Der kontaminierte Boden muss ausgetauscht und abgefahren werden, damit künftig keine Umweltbelastung mehr von dem Gelände ausgeht. Das Gebiet wird seit September im Auftrag des Versorgers Eins Energie Sachsen bis Ende März saniert. Die Flächen gehören zum Areal, auf dem ein XXL-Edeka samt zugehöriger Parkplätze entstehen soll.


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