In Mundart durch die Jahreszeiten

Mit "Starngezwitscher" nimmt der gebürtige Schönecker Manfred Zill die Leser mit auf eine Reise durch den Frühling.

Willitzgrün.

Im Vogtland steht von der Jahreszeit her zwar der Herbst in der Tür, aber das nächste Frühjahr kommt bestimmt. Und Vorfreude darauf kann man sich bei der Lektüre von "Starngezwitscher" holen, dem neuen Buch von Manfred Zill aus Willitzgrün. Hatte er 2017 mit "Horcht ner aus wie's inseln tut" die Weihnachtszeit in den Mittelpunkt gestellt, so drehen sich diesmal seine Geschichte und Gedichte vorrangig um die Zeit zwischen dem Tauwetter, mit dem sich das Ende der Winterzeit ankündigt, und dem Pfingstfest - also jener Zeit, in der normalerweise die Stare ins obere Vogtland zurückkehren.

"Ich bin nach der Veröffentlichung des ersten Buches von Lesern gefragt worden, ob es eine Fortsetzung geben wird. Das Interesse an der Mundart war Ansporn, weitere Kurzgeschichten, Reime und Verse zu einem Buch zusammenzustellen", erzählte der gebürtige Schönecker, der seit Jahren zu den Stammautoren bei den Vogtländischen Mundarttagen gehört. Mit 112 Seiten hat es den Umfang des ersten Buches, auch der Preis ist mit 11,80 Euro gleich.


Auch wenn Manfred Zill mit offenen Augen durch die Welt geht, "Starngezwitscher" bezieht er nicht nur auf die Vogelwelt. Schließlich heißt es ja, dass die Vogtländer gerne reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen sei. Für ihn gehört dabei die Mundart dazu. Und mit seinen Büchern will er dazu beitragen, das von den Vorfahren Ererbte an die Nachkommen weiterzugeben. "E Sprooch is lewendich, sue lang mer se am Lebn lässt", sagt er.

Weil Manfred Zill aber weiß, dass mancher vogtländische Mundartbegriff in Vergessenheit geraten ist, oder durch "neimodische" Wörter eine ganz andere Bedeutung haben könnte, erläutert er dem Leser gerne mal verschiedene Begriffe: "De Leit sen die Leute. Itze hört mer oft e Leit, des light gschriem wird. Des is e englisch-deitsch Kauderwelsch u haaßt kalorienarm. Üm de Kalorien ham sich de Altn noch kaane Gedanken gmacht. Die wottn wos Orndlichs zu essen", heißt es bei ihm.

In Texte in Mundart hat Manfred Zill schon vor gut vier Jahrzehnten im "Kulturboten für den Musikwinkel" veröffentlicht. Nach einer längeren Pause begann er in den 1990er Jahren wieder mit dem Schreiben. "Starngezwitscher" erschien im Eigenverlag, gedruckt bei Tiedemann in Markneukirchen. Um den Vertrieb kümmert er sich selbst und hat bereits Partner in den Buchläden in Markneukirchen, Oelsnitz, Auerbach und Falkenstein gefunden.

Wenn am Samstag mit einer Wanderung der neu gestaltete Weg der Besinnung von Erlbach über Schönbach/Luby nach Landwüst eingeweiht wird, sind unterwegs auch Lesungen in Mundart geplant. Auch Manfred Zill wird mit dabei sein und in seine Tasche vom "Starngezwitscher" einige Exemplare mehr einpacken.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...